Seon
300 Bilder zeigen: Das verdichtete Bauen hinterlässt seine Spuren im Dorfbild

Das Dorfmuseum zeigt in einer Foto-Ausstellung, wo und wie sich Seon in den letzten Jahrzehnten verändert hat, sei es durch die Industrialisierung oder durch die Bevölkerungsentwicklung.

Isabelle schwab
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Die Abzweigung Webereistrasse/Breitenstrasse, wie sie noch vor etwa 10 Jahren aussah. Das nächste Bild, wie sie heute aussieht.

Die Abzweigung Webereistrasse/Breitenstrasse, wie sie noch vor etwa 10 Jahren aussah. Das nächste Bild, wie sie heute aussieht.

ZVG

Sie haben die Veränderungen zum Teil selbst miterlebt: Walter Bachmann, Präsident der Museumskommission, und Willi Wyrsch, Mitglied, wissen zu beinahe jedem Bild der Ausstellung etwas zu erzählen. 300 historische Bilder und Fotografien von Seener Gebäuden wurden von der Kommission aus dem Archiv ausgewählt. Dazu fotografierte Walter Bachmann ihr aktuelles Gegenstück. So wird im Museum die Entwicklung des Dorfes für aller Augen sichtbar.

Ein Teil der Seener Dorfgeschichte

Seon hat eine bewegte Industriegeschichte. Einige Zeugen dieser Veränderungen sind in der Ausstellung zu sehen. So stand zum Beispiel an der Stelle, an der später die erste Fabrik Seons, die Weberei, gebaut wurde, früher ein Bauernhaus.

Doch auch nach der Industrialisierung hat das Dorf nicht aufgehört, sich zu entwickeln. Die zunehmende Bevölkerungszahl hat ihre Spuren hinterlassen. Wo früher freie Felder waren, stehen heute Einfamilienhaus-Siedlungen. Alte Bauernhöfe wurden abgerissen, um an gleicher Stelle Wohnblöcke zu bauen oder eine Strasse zu begradigen. Doch die Fotografien bieten viel mehr als den einfachen Blick auf die Bautätigkeiten der letzten Jahre: Sie zeigen einen Teil der Dorfgeschichte.

So zum Beispiel ein Bild von 1960: Es zeigt ein Eisfeld, auf dem Kinder spielen. «Als das Foto aufgenommen wurde, wurde der Aabachkanal noch überirdisch geführt», erinnert sich Walter Bachmann. Man habe im Winter etwas Wasser abgeleitet und zum Eisfeld gefrieren lassen. Heute ist das leider nicht mehr möglich, der Kanal wurde zugedeckt und die Temperaturen sind im Winter nicht mehr tief genug.

Zeigen, was einmal war

«Wir wollen die Menschen zu Diskussionen anregen», sagt Bachmann. «Sie sollen sehen, wie Seon einmal war.» Es sei wichtig, dieses Wissen zu erhalten. «Und vielleicht erfahren wir von Besuchern noch einige interessante Dinge über die Bilder. Einige der alten Aufnahmen waren weder datiert noch beschriftet.»

Vernissage am Freitag 20. Dezember um 19 Uhr im Dorfmuseum an der Oberdorfstrasse 2 in Seon.

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