Lenzburg
30 Millionen Franken soll der Ausbau des Lenzhard-Campus kosten

Eine Machbarkeitsstudie rechnet mit Investitionen von gegen 30 Millionen Franken in die Lenzburger Oberstufen-Schulanlage.

Ruth Steiner
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Blick in die Schulanlage Lenzhard mit dem Oberstufenzentrum und der Heilpädagogischen Sonderschule (HPS).

Blick in die Schulanlage Lenzhard mit dem Oberstufenzentrum und der Heilpädagogischen Sonderschule (HPS).

Michael Küng (19.10.2019

Die Schaffung von neuem Schulraum ist in den vergangenen Sitzungen des Lenzburger Einwohnerrates mehrmals auf der Traktandenliste gestanden. Der Grund liegt im starken Bevölkerungswachstum der Stadt. Lenzburg wird auch in den kommenden Jahren weiter wachsen – wenn auch nicht mehr im gleichen Tempo.

Im Frühling hatte der Stadtrat in einem Bericht «Schulraumplanung Lenzburg» zur Entwicklung der Einwohnerzahl folgendes festgehalten: «Die von der Abteilung Planung und Hochbau erstellte Prognose ergibt für das Jahr 2030 eine Einwohnerzahl von 12264 Personen.» Ende 2019 lebten 10828 Personen in Lenzburg.

Als Folge dieser Entwicklung ist es in den Lenzburger Schulstuben wieder eng geworden. In beiden Schulzentren der Stadt Lenzburg ist Erweiterungsbedarf vorhanden. In der Primarschulanlage Angelrain ist der Ausbau des Schulhauses Mühlematt vorgesehen. Zudem soll die Bleiche für die Schule beziehungsweise schulergänzende Bedürfnisse umgebaut werden.

Machbarkeitsstudie skizziert ein Grundkonzept

Ums Thema Schulraum geht es auch an der kommenden, aus Pandemiegründen nicht öffentlichen, Sitzung des Einwohnerrats am 3. Dezember. Auf der Traktandenliste steht die Präsentation einer «Machbarkeitsstudie zum Schulareal Lenzhard». Diese ist von der Abteilung Stadtplanung & Hochbau in Zusammenarbeit mit der Abteilung Immobilien im Auftrag des Stadtrats erarbeitet worden.

Der Schulraum auf dem Campus Lenzhard wird noch bis im Jahr 2027 ausreichen, wie der Stadtrat in seiner Antwort auf eine entsprechende Anfrage der FDP im Frühling festgehalten hatte.

Ab dem Schuljahr 2028 fehlen der Oberstufe mehrere Klassenzimmer. «Heute bestehen 24 Abteilungen und 28 Klassenzimmer. 2030 ist mit 36 Abteilungen und mit rund 38 Klassenzimmern zu rechnen», heisst es in der Studie einleitend. Zudem werde eine zusätzliche Turnhalle benötigt.

Die Machbarkeitsstudie skizziert ein erstes Grundkonzept, das nebst der Oberstufe auch die Nutzerbedürfnisse der Heilpädagogische Sonderschule (HPS) einbezieht, die sich ebenfalls auf dem Campus befindet. Im Ganzen werden zehn Schulzimmer, fünf Gruppenräume und zwei Werkräume benötigt sowie zwei Einfach- oder eine Doppelturnhalle. Die Tagesstrukturen brauchen Platz für eine Mensa mit Office für etwa 250 Schülerinnen und Schüler. Zudem müssen die Veloabstellplätze ausgebaut werden, von bisher 500 auf rund 600 Plätze.

Nach Prüfung verschiedener Möglichkeiten kommt die Studie zu folgendem Ergebnis: «Aufgrund der Überlegungen zu Anbauten, Aufstockungen und Ergänzungsbauten wurde die Variante mit einem Ersatzneubau für die HPS und Ergänzungsanbau für die Oberstufe geprüft.» Bei dieser Variante würde die Turnhalle im HPS-Neubau integriert und von beiden Schulen genutzt werden. Der Entscheid wird so begründet: «Mit einem Ergänzungsneubau für die Oberstufe und einem Ersatzneubau für die HPS kann eine klare räumliche Aufteilung zwischen Oberstufe und HPS erreicht werden. Der zur Verfügung stehende Raum wird optimal genutzt.» Zudem bestehe bei beiden Neubauten die Option, um ein Geschoss aufzustocken.

Zu den Kosten heisst es: «Es können einfache Baukuben erstellt werden, die eine wirtschaftliche günstige Lösung ermöglichen.» Grob wird mit rund 30 Millionen Franken gerechnet: 10 bis 12 Millionen für die Oberstufe und 17 bis 19 Millionen Franken für die HPS inklusive Turnhallen.

In die Überlegungen zur Schulraumplanung im Lenzhard-Campus miteinbezogen wurde das Schulhaus Mattenweg. In der Studie wird vorgeschlagen, dieses «als flexible Reserve bestehen zu lassen».

An Einwohnerratssitzung ist eine Ehrung vorgesehen

Auf der Traktandenliste für die Sitzung vom 3. Dezember stehet unter anderem ein Verpflichtungskredit von 325000 Franken für die Sanierung der Wylgasse zwischen dem Freidweg und der Wilstrasse. Zudem wird die Kreditabrechnung für die Sanierung der Ringstrasse West auf dem Abschnitt General Herzog-Strasse bis Aarauerstrasse vorgelegt. Mit Kosten von 270477.35 Franken wird das Bauvorhaben um fast 13 Prozent unter dem bewilligten Kredit abgerechnet. Zudem ist die Ehrung eines Mitbürgers beziehungsweise einer Mitbürgerin vorgesehen.