Schadensbilanz

30 Bäume knickten beim Schloss Hallwyl um – einige waren 100 Jahre alt

Der Sturm verwüstet den Park vom Schloss Hallwyl - viele alte Bäume knickten ein.

Der Sturm verwüstet den Park vom Schloss Hallwyl - viele alte Bäume knickten ein.

Das Schloss Hallwyl ist vom Sturm vom Montagabend am schlimmsten betroffen: Im Schlosspark wurden viele Bäume entwurzelt und vom alten Kerkerdach Ziegel gerissen. Und bei der Schlossmühle regnete es durchs offene Dach in die Büros.

Ein Blick der Verwüstung offenbart sich den Museumsbesuchern von Schloss Hallwyl nach dem Sturm: Im Schlosspark wurden rund 30 Bäume zerstört. Äste brachen ab, Bäume knickten um wie Zündhölzer.

«Der Sturm kam uns zuvor», sagt Förster Heinz Bruder vom Forstbetrieb Rietenberg Seengen. «Die meisten der hundertjährigen Bäume waren faul und hätten irgendeinmal gefällt werden müssen.»

Der Wind hatte ein leichtes Spiel, die geschwächten Bäume zu zerstören. Die Schäden auf dem altehrwürdigen Gelände gehen Bruder nahe. Seit er sich erinnern kann, gibt es den Park. «Als ich ein Junge war, wurden hier Springkonkurrenzen durchgeführt.»

Am Mittwoch besichtigen Förster, Landschaftsarchitekt und Verantwortliche des Schlosses die Schäden im Schlosspark (die az berichtete). Die beschädigten Bäume – Buchen, Eichen, Ahorn- und Kirschbäume – werden aus dem Park herausgeholt und zu Feuerholz verarbeitet. Bruder denkt, dass im verwüsteten Park Jungbäume angepflanzt werden.

Tonziegel fielen vom Dach

Der Sturm richtete weitere Schäden beim Schloss Hallwyl an: Vom alten Schlosskerker fielen Tonziegel, das Dach der Mühle wurde in Mitleidenschaft gezogen.

Noch am Montagabend reparierte die Feuerwehr Seengen das Dach. Die Sanierung des Kerkerdachs erfolgt in Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege.

Wie hoch sich die Schäden belaufen, kann der Direktor von Museum Aargau, Jörn Wagenbach, noch nicht sagen. «Beim Sturm wurde niemand verletzt, das ist die Hauptsache», sagt er.

Auch seien keine historische Dokumente oder Gegenstände beschädigt worden, obwohl es durch das offene Dach der Schlossmühle in die Büros geregnet hatte.

Stromleitung beschädigt

Der Sturm beschädigte die Stromleitung des Open-Air-Kinos beim Schloss Hallwyl. Doch pünktlich zum Filmstart war der Schaden behoben und der Sturm vorbei.

Der harte Kern, das heisst um die 50 Kinofreaks, guckten sich den Film «Philomena» an. Die Devise des Open-Air-Kinos lautet denn auch: Ausser bei Sturm, findet das Freiluftkino immer statt.

Das Unwetter dauerte ungefähr zwei Stunden. Am Montagabend und in der Nacht auf Dienstag waren im Aargau etliche Feuerwehren im Einsatz, sagt Bernhard Graser von der Kantonspolizei Aargau.

Vor allem die Regionen Aarau, Baden, Seetal und das Surbtal waren vom starken Regen und Gewitter betroffen. Zahlreiche Keller und Garagen standen unter Wasser und mussten ausgepumpt werden. Dächer wurden abgedeckt und Dutzende Bäume entwurzelt.

«Es war wie ein Tornado und dauerte nur ein paar Minuten», sagte ein Anwohner der Seenger Schwerzistrasse. Der gesamte Schaden lässt sich noch nicht beziffern. Meldungen über grössere Schäden oder Verletzte liegen der Kantonspolizei nicht vor.

Entwarnung für nächste Tage

Kommt es in den nächsten Tagen zu weiteren Unwettern? Nein, doch es bleibe weiterhin bewölkt und regnerisch, sagt Cédric Sütterlin von Meteo News.

Am Mittwoch gibt es die ersten scheuen Aufhellungen, am Donnerstag trocknet es ab und am Wochenende zeigt sich im Kanton sogar verbreitet die Sonne. Auch steigen die Temperaturen über 20 Grad an. Am Sonntag wird es laut Sütterlin schwül-warm, dadurch nehme das Gewitterrisiko zu.

Überschwemmungen unwahrscheinlich

Das Risiko von Überschwemmungen in Aargauer Flüssen ist gering. Wohl sei der Pegel zünftig angestiegen, sagt Cédric Sütterlin. «Wir rechnen aber nicht mit Hochwasser.»

Aussergewöhnlich seien die kühlen Temperaturen, die im Kanton kaum die 20-Grad-Grenze erreichen. «2000 war es das letzte Mal so kalt Anfang wie in diesem Juli.»

Diese kalten Temperaturen bereiten Christoph Urech, Organisator vom Public Viewing auf dem Dorfplatz Erlinsbach Sorge: «Das Fussballspiel Deutschland-Brasilien vom Dienstagabend ist brasilianisch ausgerichtet: Sand und Liegestühle gehören zur Ausstattung.» Im Notfall stellt Urech draussen ein Zelt auf, doch: «Bei kaltem Wetter kommen weniger Besucher zu uns.»

Garantiert warm und trocken ist es im Public Viewing im Aarauer Schachen. Dort ist ein grosses Zelt aufgestellt.

Park von Schloss Hallwyl durch Unwetter verwüstet

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