Schafisheim
240 Mitarbeitende betroffen: Hilcona verlagert Produktion

Hilcona verlagert seine Produktion von Schafisheim nach Schaan und Orbe. Damit verschwinden rund 220 Arbeitsplätze. Die gute Nachricht: Coop schafft hier bis 2016 rund 1600 neue.

Toni Widmer
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Hilcona verlagert seine Produktion von Schafisheim nach Schaan und Orbe.

Hilcona verlagert seine Produktion von Schafisheim nach Schaan und Orbe.

Silvan Hartmann

Die Ankündigung machte Verwaltungsratspräsident Jürgen Hilti den rund 220 betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Schafisheim am 13. März persönlich: Hilcona wird seine Produktion von Salaten und Sandwiches bis 2014 schrittweise vom Aargau nach Schaan ins Fürstentum Liechtenstein und Orbe im Waadtland verlagern.

Für die Mitarbeitenden werden Lösungen gesucht. «Wir unterbreiten allen festangestellten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein Stellenangebot bei der Hilcona im Werk Schaan oder in Orbe», verspricht Jürgen Hilti in einem persönlich Brief an die Angestellten. Zusätzlich würden soweit möglich offene Stellen bei den Partnern Bell an den Standorten Oensingen, Zell und Basel und bei der Coop in Schafisheim, Dietikon, Rupperswil, St. Gallen und Wangen vermittelt.

Die Mitarbeitenden seien von der Ankündigung selbstredend nicht eben begeistert gewesen, hätten aber gefasst reagiert, erklärte Mark Vogelsang, Leiter Marketing von Hilcona. Die Nachricht, so Vogelsang weiter, war für die Meisten allerdings auch keine Überraschung: «Das Produktionsgebäude gehört Coop, wir sind dort nur Mieter. Jetzt braucht Coop die Liegenschaft selber und das haben unsere Mitarbeitenden in den vergangenen Monaten sicher mitbekommen.»

Bäckerei und Tiefkühl-Logistik

Tatsächlich hat das Neubau-Projekt in der Region bereits mehrmals für Schlagzeilen gesorgt. Coop will in Schafisheim eine riesige Bäckerei bauen und auch die nationale Tiefkühl-Logistik an diesen Standort verlagern. Bis 2016 sollen so mindestens 1200 neue Arbeitsplätze geschaffen werden, allenfalls werden es sogar bis zu 1600 sein. Im September 2011 lag dazu in Schafisheim die Sondernutzungsplanung «Untere Schoore/Rühacher» öffentlich auf, an der Gemeindeversammlung vom 25. November 2011 hiess die Gemeindeversammlung eine entsprechende Teilrevision von Bau- und Nutzungsordnung gut.

Allerdings: Die neuen Arbeitsplätze von Coop stehen frühestens ab 2015 zur Verfügung, Hilcona will jedoch spätestens 2014 «ausgewandert» sein. «Gewisse Härtefälle lassen sich kaum ausschliessen», sagt Mark Vogelsang, «wir sind jedoch zuversichtlich, dass sich für das Gros unserer Mitarbeitenden verträgliche Lösungen finden lassen.» Darum kümmern werde sich die interne Stellenberatung.

Erster Abbau im Herbst

In den nächsten Tagen und Wochen würden mit allen Betroffenen Gespräche geführt und die persönliche Situation analysiert. Das Problem werde allein schon dadurch entschärft, dass man rund zwei Jahre Zeit habe, nach alternativen Möglichkeiten zu suchen. Die ersten Arbeitsplätze würden zwar schon im Herbst 2012 abgebaut. Doch hier zeichnen sich laut Vogelsang Möglichkeiten ab: «In Schafisheim arbeiten Leute, die in der Ostschweiz wohnen und von dort aus nach Schaan eher noch einen kürzeren Arbeitsweg hätten als heute.»

Was sagen die Betroffenen?

TeleM1 berichtet am Montag ab 18 Uhr stündlich über die Verlagerung der Arbeitsplätze und zeigt dabei auch, wie die Betroffenen auf die Ankündigung reagieren.

Zum anderen würden heute auch Mitarbeitende aus der Region Bern oder sogar aus der Westschweiz täglich zu Hilcona in den Aargau pendeln. Man hoffe diesbezüglich von den Mitarbeitenden auch auf ein gewisses Mass an Flexibilität. Noch liessen sich keine verbindlichen Lösungen präsentieren, sagt Mark Vogelsang. Die Stellenberatung müsse jetzt die Verhältnisse der Mitarbeitenden zuerst einzeln betrachten. Man sei bei Hilcona jedoch zuversichtlich, extreme Härtefälle vermeiden zu können.

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