Die Schliessung der Smedegaard-Fabrik machte am Freitag die Gewerkschaft Unia publik. Man habe «im Rahmen der Konsultation keine Lösung für den Weiterbetrieb gefunden», schreibt die Unia in einer Mitteilung. Das deutsche Mutterhaus KSB habe auf der Schliessung der auf Pumpen- und Motorbau spezialisierten Fabrik beharrt.

Wie die Unia weiter mitteilt, können jedoch in Zusammenarbeit mit der Betriebskommision die Entlassungen mit einem «anständigen Sozialplan» abgefedert werden. Die Betroffenen erhalten eine Abgangsentschädigung und finanzielle Hilfe für die Umschuldung.

Gründe für Schliessung unklar

Dass KSB die Beinwiler Smedegaard-Fabrik schliesst, ist intern seit Anfang Jahr bekannt. Öffentlich kommuniziert wurde der Entscheid jedoch nie. Auch der Gemeinderat wurde nicht offiziell informiert. «Im Dorf macht das Gerücht aber seit längerem die Runde», sagt Gemeindeammann Peter Lenzin. «Weil Gespräche mit den Sozialpartnern liefen, haben wir uns nicht eingemischt.» Der Gemeinderat werden nun KSB kontaktieren und sich erkundigen, was mit dem Werkgebäude passiert.

Warum das Werk geschlossen wird, ist nicht bekannt. Das Mutterhaus KSB in Frankenthal (Rheinland-Pfalz) liess bis Freitagnachmittag eine Anfrage der az unbeantwortet. Der Konzern mit einem Umsatz von rund 2,2 Milliarden Euro gehört zu den grössten Anbietern von Pumpen und Armaturen und beschäftigt weltweit etwa 16’000 Angestellte.

Der zweite harte Schlag

Für Beinwil am See ist die Schliessung und der Verlust von 21 Arbeitstellen der zweite harte Schlag innert weniger Monate. Mitte September war bekannt geworden, dass das Traditionsunternehmen Halter seinen Standort in der Seetaler Gemeinde schliesst und im Februar 2016 nach Dietikon (ZH) umzieht. «Die rund 25 Angestellten werden dort voraussichtlich weiterbeschäftigt, in unserer Gemeinde gehen aber Stellen verloren», sagt Peter Lenzin mit Bedauern. Zusammen mit der Schliessung der Smeedegaard-Fabrik verliere Beinwil am See nun rund 50 Arbeitsplätze.