«Ich bin von euch gegangen nur für einen Augenblick und gar nicht weit. Wenn ihr dahin kommt, wohin ich gegangen bin, werdet ihr euch fragen, warum ihr geweint habt.» Mit diesen schönen und gleichzeitig traurigen Worten von Antoine de Saint-Exupéry beginnt die Todesanzeige für J. S* in der heutigen Ausgabe der «Aargauer Zeitung».

Die 21-jährige Schafisheimerin starb letzten Mittwoch an den Folgen eines Schlittelunfalls in Grindelwald (az berichtete). «Für die gemeinsam mit Dir verbrachte Zeit sind wir zutiefst dankbar und die von Dir empfangene Herzlichkeit reichen wir dem Leben weiter», schreiben ihre Eltern. Morgen Nachmittag findet in Aarau die Beerdigung der jungen Aargauerin statt.

Nicht auf offiziellem Schlittelweg

Wie die «Berner Zeitung» heute schreibt, ereignete sich der Unfall nicht auf dem offiziellen Schlittelweg. J.S. hatte als Teil einer achtköpfigen Gruppe die Fahrt begonnen, doch dann trennte sich die Gruppe unterwegs kurz nach 13 Uhr.

Die 21-jähirge Frau, die in Grindelwald bei einer Schlittenfahrt gestorben ist, kommt aus Schafisheim. In der Gemeinde ist die Trauer gross.

Die 21-jähirge Frau, die in Grindelwald bei einer Schlittenfahrt gestorben ist, kommt aus Schafisheim. In der Gemeinde ist die Trauer gross.

Die eine Hälfte, darunter auch die 21-jährige J.S, entschied sich für Abfahrt auf einem steilen Winterwanderweg. In einer engen Rechtskurve kam die junge Frau vom Weg ab und stürzte zwanzig Meter einen Abhang hinunter. Schwer verletzt wurde sie von der Rega geborgen und mit einem Helikopter ins Spital geflogen. Dort erlag sie am Mittwochabend ihren Kopfverletzungen.

Unklar, ob sie einen Helm trug

Gestern konnte die Kantonspolizei noch keine weiteren Angaben machen, wie der Unfall genau passiert ist. Auch die Frage, ob die Verunfallte einen Helm trug, liess Mediensprecher Heinz Pfeuti  offen. Er wies darauf hin, dass die Untersuchungen der Kantonspolizei Bern noch laufen.

Klar ist hingegen, dass das Unternehmen der Jungfraubahnen für den Unfall keine Verantwortung übernimmt. Ein Sprecher begründet dies damit, dass die Gruppe nicht auf dem offiziell ausgeschilderten Schlittelweg gefahren ist.

Das Bundesgericht hat in einem ähnlichen Fall (Abbiegen auf eine Skipiste) entschieden, dass wer eine markante Richtungsänderung bewusst vornimmt und den ausgeschilderten Schlittelweg verlässt, in Eigenverantwortung handelt. (jep)

*Name der Redaktion bekannt.