7000 Fahrzeuge fahren täglich über die Egliswilerstrasse in Seon, die in die Unterdorfstrasse mündet. Der Kanton will diese zentrale Verkehrsachse im Seetal sanieren und die über 200 Jahre alte Aabachbrücke ersetzen. Kostenpunkt: fast 7,3 Millionen Franken. Seon muss sich daran mit 47 Prozent beteiligen. Zusammen mit den vier geplanten Buswartehäusern beläuft sich dieser Betrag auf fast 3,6 Millionen Franken. An der Gemeindeversammlung vom 21. Juni befindet die Bevölkerung über den entsprechenden Kredit.

Die Arbeiten auf einer Strecke von 920 Metern zwischen der Einmündung Aabachstrasse und der Ausserortsgrenze beim Hallenbad sollen im Sommer 2021 losgehen und umfassen mehrere Punkte. So ersetzt der Kanton den Strassenbelag durch einen lärmoptimierten Belag, schmälert die Fahrbahn leicht, erstellt vier neue Fussgängerquerungen, verlängert das Trottoir in Richtung Egliswil auf der rechten Seite nach der Brücke bis zur Reussgasse und passt die Bushaltestellen dem Behindertengleichstellungsgesetz an. Zudem werden die Haltestellen Unterdorf auf die Aabachbrücke verschoben, die komplett ersetzt wird.

Steine werden weiterverwendet

Die Brücke weist unter anderem eine schlechte Bausubstanz auf. Zudem wäre bei einem 100-jährigen Hochwasserereignis die geforderte Freibordhöhe, also der Abstand zwischen Wasserspiegel und der unteren Kante der Brücke, nicht garantiert. Da die Brücke im Inventar historischer Verkehrswege aufgeführt ist, erfolgen die Arbeiten unter Auflagen. So müsse beispielsweise der Rückbau genau dokumentiert werden, sagt Projektleiter Mathias Blaser von der Abteilung Tiefbau des kantonalen Departements Bau, Verkehr und Umwelt. «Auch werden Steine der alten Brücke als Uferschutz oder als Lebensraum für Tiere im Bach verbaut.» Und der Jahresstein von 1809 wird in die Rabatte eingebaut, die dort geplant ist, wo heute die Bushaltestelle liegt. Eine Tafel soll voraussichtlich auf den Jahresstein hinweisen.

Blaser stellte das Projekt vor kurzem am Seoner Politapéro vor (AZ vom 23. 5.). Dort sorgte vor allem für Stirnrunzeln, dass die Busse bei den Haltestellen Unterdorf und Hallenbad auf der Fahrbahn stoppen und nicht mehr in die Buchten einfahren sollen. Ansonsten sei die Resonanz grundsätzlich positiv ausgefallen, sagt Gemeindeschreiber Marco Hunziker. Im Kredit enthalten ist auch der Bau von vier neuen Buswartehäusern für 160 000 Franken, deren Finanzierung die Gemeinde übernehmen muss.

Im Zuge der Arbeiten an der Egliswilerstrasse will der Gemeinderat auch die Werkleitungen sanieren und wo nötig ausbauen. Dazu soll das Volk einen Kredit von rund 2,4 Millionen Franken genehmigen. Weitere fast 1,9 Millionen Franken sollen die Stimmbürger für die Erschliessung des Baugebiets «Vorder Zelgli» sprechen. Dazu gehören die Erneuerung des Strassenoberbaus und der Ausbau des Mühle- und Lärchenwegs auf eine Breite von 4,5 Meter. Zudem wird eine neue, 178 Meter lange Erschliessungsstrasse erstellt. Dazu muss die Gemeinde insgesamt 1156 Quadratmeter Land erwerben. Wie hoch der Anteil der Grundeigentümer an den Kosten ausfällt, soll später geklärt werden.

Der vierte Kredit über 215 000 Franken betrifft die Projektierung für die Unterhalts- und Erneuerungsarbeiten am 50-jährigen Schulhaus Hertimatt I inklusive der Haustechnik.

Die neue Bauordnung hat Folgen

Die am 1. März an der ausserordentlichen Gemeindeversammlung beschlossene Nutzungsplanung hat auch Auswirkungen auf das Abwasserreglement. Denn gemäss der neuen Bauordnung werden Attika, Dach- und Untergeschosse nicht mehr zur Berechnung der Ausnützungsziffer angerechnet. Demzufolge wären gemäss aktuellem Reglement auch keine Anschlussgebühren für diese Geschosse fällig. Das Reglement wird deshalb angepasst und dem Volk vorgelegt.

Neben diversen Kreditabrechnungen und der Anpassung des Stellenplans legt der Gemeinderat auch die Rechnung 2018 zur Genehmigung vor. Diese schliesst mit einem Ertragsüberschuss von fast 20 Millionen Franken im Plus ab. Dies als Folge der Überführung der Technischen Betriebe in eine Aktiengesellschaft.