Die Gemeinde Seon hat einen Steuerfuss von 108 Prozent. Die Nettoschuld (ohne Betriebe) pro Einwohner beträgt 1620 Franken. Seon steht damit nicht schlecht, aber im Vergleich zu anderen Seetaler Gemeinden auch nicht besonders gut da. Vor diesem Hintergrund lässt eine Mitteilung der Abteilung Finanzen aufhorchen: «Die Rechnung 2018 der Einwohnergemeinde Seon (ohne Spezialfinanzierungen) schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 19 924 405.07 ab.» Fast 20 Millionen Franken im Plus: Das ist selbst in Zeiten aussergewöhnlich, in denen viele Gemeinden spektakuläre Buchgewinne vermelden, die auf die Neubewertung der Vermögen zurückzuführen sind, die alle vier Jahre erfolgen muss.

Neu Aktien statt Leitungen

Ein Finanzwunder in Seon? Martin Stadler, Leiter Finanzen der Gemeinde, erklärt und nimmt dem Laien einen Teil der Illusionen – auch wenn der Abschluss 2018 nach den Relativierungen immer noch sehr gut bleibt. Die Vorgeschichte: Seon hat im Sommer die Technischen Betriebe in eine Aktiengesellschaft überführt. Diese umfasst die Stromversorgung und zwei Nahwärmenetze (eine Holzschnitzelheizung und eine Erdwärmeheizung). Die Gemeinde Seon besitzt jetzt nicht mehr Leitungen, sondern Aktien der Technischen Betriebe Seon AG. Und das buchhalterisch seit dem Januar 2018. Die Auflösung der drei Spezialfinanzierungen hat zu einem buchhalterischen Effekt von 14,4 Millionen Franken geführt. Dazu kam in diesem Bereich noch ein Aufwertungsgewinn von 4,2 Millionen Franken (also 18,6 der fasst 20 Millionen Franken).

Seon konnte zudem – mit dem Einverständnis des Kantons – den Marie-Schärer-Gruner-Fonds auflösen (faktisch ein Stipendienfonds, dessen ursprünglicher Verwendungszweck heute bereits durch übergeordnetes Recht erfüllt wird). Das führte zu einem weiteren Effekt von 241 131 Franken (2019 gibt es dann nochmals so viel). Weiter hat sich die Schenkung der Hallenbadparzelle mit 90 762 Franken positiv ausgewirkt.

Signifikant mehr Steuern

Ohne alle diese Sondereffekte hätte die Rechnung 2018 der Gemeinde Seon gegenüber dem Budget immer noch mit etwa einer Million Franken im Plus abgeschlossen.

Einerseits wegen der Steuereinnahmen, die fast 400 000 Franken über dem Voranschlag lagen. Besonders erfreulich ist hier, dass die Zahlungen seitens der natürlichen Personen höher ausfielen. Da es sich nicht um Nachsteuern handelt, ist hier auch künftig mit einem grösseren Steuereingang zu rechnen.

Andererseits ist die Verwaltung, wie es in einer Medienmitteilung heisst, kostenbewusst mit den Steuermitteln umgegangen. Sprich, es ist weniger ausgegeben worden als geplant. (uhg)