Sechzehn ganz unterschiedliche Produktionen haben die «Fledermäuse» seit 1995 auf die Bühne gebracht. Sie spielten auf Schloss Lenzburg, in grossen Sälen und immer wieder auf Freilichtbühnen. Dreimal, 2005–2007, traten sie gar auf einer kleinen Seebühne in Birrwil auf, für die Zuschauer ein besonders stimmiges Vergnügen. Bereits viermal spielten sie im Hof der Wirtschaft Niesenberg bei Kallern, auch hier kombiniert mit einem festlichen Dinner im Freien.

Hanna Matti hat den Stil des Ensembles über Jahre weiterentwickelt. «Am Anfang stand ein kommentiertes Kaffeehauskonzert mit Operettenmelodien in Möriken», erzählt Hanna Matti. Die Sängerin formierte mit der Sopranistin Barbara Buhofer, dem kürzlich verstorbenen Tenor Walter Staubli und dem Tenor Daniel Zihlmann ein erstes Ensemble. Begleitet von einem Pianisten, zuerst Bruno Leuschner, später Andres Joho, folgten mehrere Auftritte an öffentlichen und privaten Anlässen. Ein Höhepunkt sei 2002 die Tournee in Brasilien gewesen.

Für Hanna Matti gilt das Credo, «für Auftritte will ich Musik auf die Bühne bringen, die dem Publikum gefällt und die es hören will». Im Laufe der Zeit hat es nicht nur bei den Sängerinnen und Sängern des Ensembles Wechsel gegeben. So wurde die Begleitung dem Salonorchester «La Jalousie» unter der Leitung von Sabine Bachmann übertragen.

Hanna Matti liess ihrer Spiel- und Fabulierfreude freien Lauf und löste sich von den kommentierten Aufführungen. Bereits in der Millenniums-Gala vom Silvester 2000 in Suhr wurden die Zuschauer mit der Collage «Ballotria» einer Geschichte einer Ballnacht unterhalten. Hanna Matti wurde von der Kommentatorin zur Geschichtenerzählerin. «Statt erklärende Texte zu sprechen, schrieb ich eine Story und bettete die passende Musik ein», sagt Matti. Die Sängerinnen und Sänger spielen eine Rolle. Und die Musik? «Die stammt aus ganz verschiedenen Operetten, und Chansons.» Die Zuschauer werden oft überrascht, sie erkennen zwar eine Melodie, können sie jedoch nicht immer gleich einordnen. «Viele Liedtexte und Melodien lassen sich gut in eine andere Handlung einpassen», sagt Hanna Matti.

Eine Freilichtbühne, sei es auf dem See oder jetzt im Niesenberg, bietet dem Ensemble völlig neue Spielmöglichkeiten. Und Hanna Matti, die ihre Collagen auch selber inszeniert, schöpft dies aus. Da kommen etwa Solisten mit dem Schiff, der Eisenbahn oder in einer Kutsche an. Die Umgebung des jeweiligen Schauplatzes wird zur Kulisse. Und weil die Aufführungen im Freien bei Tageslicht beginnen, vom Nachtessen unterbrochen werden und am Schluss in der Nacht enden, entsteht eine unvergessliche Stimmung.

Hanna Matti wird in der Leitung von ihrem Lebenspartner Ulrich Fischer unterstützt. Finanziell müssen die «Fledermäuse» selber über die Runden kommen, lediglich die Aufführung im Jubiläumsjahr 2003 mit Chansons von Frank Wedekind wurde vom Kuratorium unterstützt. Der abschlägige Bescheid sei mit der Bemerkung «Ihr habt sowieso Publikum» begründet worden, so Hanna Matti.

«Es ist faszinierend, immer wieder etwas Neues zu gestalten, das treibt mich an», sagt sie. Seit Monaten hat sie am Jubiläumsstück gearbeitet, welches am 31. Juli auf dem Niesenberg Premiere hat. Und Hanna Matti verrät, diesmal werde sogar ein kleiner Chor mitwirken.