Lenzburg

19-Jährige überfahren: Rentner war als Temposünder vorbestraft

Der 80-jährige Mann, der am Montagabend in Lenzburg die 19-jährige Elida überfuhr, wurde vor sechs Jahren mit 80 statt 50 km/h innerorts geblitzt. Erst im März entschied das Bundesgericht, dass er den Führerausweis definitiv für sechs Monate abgeben muss.

Die Kantonspolizei Aargau nahm dem Autofahrer den Führerausweis zu Handen des Strassenverkehrsamtes ab.» Das steht in der ersten Meldung zum tödlichen Unfall vom Montagabend, bei dem die 19-jährige Elida auf einem Fussgängerstreifen in Lenzburg überfahren wurde (die AZ berichtete).

Später wurde bekannt, dass der 80-jährige Unfallfahrer mit einem Ausweisentzug belegt war. «Wir haben dies noch auf der Unfallstelle festgestellt, allerdings am Morgen zuerst noch beim Strassenverkehrsamt nachgefragt, um ganz sicher zu gehen», sagt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau. Zu weiteren Details, insbesondere zur Frage, weshalb dem Rentner der Ausweis entzogen worden war, kann Graser wegen des laufenden Verfahrens keine Auskunft geben.

«Brutal»: Cousin trauert um die 19-Jährige, die in Lenzburg auf einem Fussgängersreifen angefahren worden ist.

«Brutal»: Cousin trauert um die 19-Jährige, die in Lenzburg auf einem Fussgängerstreifen angefahren worden ist.

Recherchen von Tele M1 und AZ ergeben aber: Der 80-jährige Unfallfahrer musste seinen Führerausweis schon im Oktober 2010 für einen Monat abgeben. Knapp ein Jahr später, im August 2011, wurde er innerorts mit 80 statt 50 km/h geblitzt. Die Staatsanwaltschaft Höfe-Einsiedeln sprach ihn der groben Verletzung der Verkehrsregeln schuldig und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 3450 Franken sowie einer Busse von 860 Franken. Der Senior zog das Urteil bis ans Bundesgericht weiter und zweifelte dabei insbesondere die Zuverlässigkeit der Radarmessung an. Doch diese Argumentation verfing nicht, die obersten Richter wiesen die Beschwerde des Rentners im September 2014 ab.

Zweimal bis vor Bundesgericht

Nachdem das Urteil damit rechtskräftig geworden war, ordnete das Strassenverkehrsamt Aargau Ende April 2015 einen Führerausweisentzug von sechs Monaten gegen den Mann an. Doch auch diesen Entscheid akzeptierte der Rentner nicht: mit zwei Beschwerden ging er dagegen vor. Er blitzte aber beim kantonalen Verwaltungsgericht und beim Bundesgericht ab. «Lausanne» entschied am 15. März dieses Jahres endgültig gegen den Rentner und bestätigte den Ausweisentzug.

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