Gigathlon 2015

1500 Gigathleten kraulen durch den Burggraben von Schloss Hallwyl

Die Organisatoren des Gigathlon 2015 wollen ein Sprintschwimmen im Burggraben von Schloss Hallwyl durchführen.

Die Organisatoren des Gigathlon 2015 wollen ein Sprintschwimmen im Burggraben von Schloss Hallwyl durchführen.

Die Organisatoren des Gigathlon 2015 haben sich fürs Sprintschwimmen etwas Spezielles ausgedacht: Die Athleten werden durch den Burggraben von Schloss Hallwyl schwimmen. Ein Gerangel schliessen die Organisatoren aus.

Im Mittelalter waren die Burggräben dazu da, Angreifer abzuhalten. Im nächsten Jahr soll der Wassergraben von Schloss Hallwyl wieder zu einer Kampfstätte werden – einer friedlichen, sportlichen: Am Gigathlon, der vom 10. bis 12. Juli vor allem im westlichen Teil des Kantons Aargau stattfindet, sollen die Teilnehmer nämlich darin einen 300 Meter langen Schwimmsprint absolvieren.

Wie kam es zu dieser aussergewöhnliche Idee? «Ein Schlossgraben war schon immer auf unserer Ideenliste», sagt Gigathlon-Projektleiter Corsin Caluori. Denn als Veranstalter sei man stets auf der Suche nach dem Speziellen. Der Sprint im Wassergraben des Schloss Hallwyl sei nicht nur abenteuerlich, sondern auch im Einklang mit «Discover History», «Entdecke die Geschichte», dem Motto des Gigathlons: Die rund 6500 akkreditierten Teilnehmer und Supporter werden während des zweitägigen Sportevents die historischen Schlösser, Städte, Klöster und Kultorte im Kanton passieren.

Die Etappen sind so angelegt, dass die Gigathleten auf einer Strecke von 405 Kilometern durch alle Bezirke des Kantons ziehen. Und zwar schwimmend, laufend, auf dem Rennrad, dem Mountainbike und den Inlineskates.

150 Meter zur Boje und zurück

Das Schwimmen im Burggraben des Schlosses Hallwyl soll laut Corsin Caluori wie folgt vonstattengehen: Über eine Treppe unmittelbar beim Schlosseingang steigen die knapp 1500 Schwimmer ins Wasser. Dann legen sie rund 150 Meter bis zu einer Boje zurück, wenden, und gelangen wieder zur Brücke. Der Sprint führt nicht vollständig rund ums Schloss, da an manchen Stellen das Wasser zu wenig tief ist.

Wird es während des Schwimmsprints nicht zu einem Gerangel kommen, besonders, wenn nicht der ganze Graben benutzt werden kann? Dass es ein schmaler und nicht allzu tiefer Schwimmkanal ist, dessen ist sich Caluori bewusst. Dass es im Wasser zu einem Gerangel kommen könnte, schliesst er aus: «Die Schwimmer werden auf rund drei Stunden verteilt in den Burggraben springen.» Denn der erste Start des letzten Gigathlon-Tags, des «Historic Sunday», sei um 5 Uhr morgens vorgesehen. Einer um 6 Uhr und ein Letzter eine Stunde später.

Zudem müssten die Teilnehmer vor dem Schwimmen im Graben zuerst eine 55 Kilometer lange Strecke auf dem Rennrad bewältigen sowie 2,7 Kilometer im Hallwilersee schwimmen. «Die Felder werden sich bereits auf der Radstrecke auseinanderziehen. Nach dem Schwimmen im See noch mehr», sagt er. Der Projektleiter rechnet zu Spitzenzeiten mit rund zwölf Teilnehmern pro Minute im Schlossgraben. Bei einer Schwimmzeit von fünf Minuten wären es also bis zu 60 Personen, die gleichzeitig im Burggraben schwimmen.

Und die Wasserqualität? Diesbezüglich sei zu erwarten, sagt Caluori, dass an gewissen Stellen Schlamm aufgewirbelt werden könnte: «Die Trübung ist abhängig von der Witterung und dem Wasserstand.» Diese würde jedoch das Schwimmen nicht beeinträchtigen.

Der Detailplan wird erstellt

Die Strecke wurde nach Vorgesprächen mit den kantonalen Ämtern, dem Museum Aargau und der Schifffahrtsgesellschaft als bewilligungsfähig beurteilt. Trotzdem ist es noch nicht definitiv, ob die Teilnehmer des Gigathlons 2015 tatsächlich das Wasser im Burggraben aufwühlen werden. Noch müssen Bewilligungen eingeholt werden, beispielsweise diejenige, der Berufsfischerei. «Wir sind nun daran, ein detailliertes Sicherheits- und Streckenkonzept zu entwickeln», sagt Caluori. Sobald der Detailplan steht, werde dieser beim Kanton zur endgültigen Bewilligung eingereicht.

Falls es mit dem Schwimmen nicht klappen, ein Gewitter geben oder die Wassertemperatur unter 13 Grad sein sollte, dann würden die Gigathleten eine Laufstrecke von rund acht Kilometern absolvieren: von der Wechselzone beim Schloss Hallwyl dem See entlang nach Tennwil, dann über die Felder zurück nach Seengen. Natürlich würde auch bei der Ersatzstrecke das Gigathlon-Motto «Discover History» nicht zu kurz kommen: Die Laufstrecke führt vorbei am Schloss Brestenberg.

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