Staufen
15 Millionen für Gemeindehaus und Schulanlagen

Am Politapéro in Staufen informierte der Gemeinderat über Investitionen und eine Steuerfusserhöhung um 5 Prozent ab 2013. 15 Millionen Franken sollen in die Infrastruktur fliessen.

Hanny Dorer
Merken
Drucken
Teilen

Aargauer Zeitung

Dass der Politapéro in Staufen am Sonntagmorgen stattfindet, hat Tradition. Ebenso traditionell ist die grosse Beteiligung der Staufner Bevölkerung – im Zopfhuus-Saal mussten sogar weitere Sitzgelegenheiten geschaffen werden. Angesichts der happigen Investitionen, die in den nächsten Jahren auf Staufen zukommen, war das Interesse aber durchaus gerechtfertigt. Zudem wird es geschätzt, dass im Anschluss an den offiziellen Teil Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen mit den Gemeinderäten besteht.

Zum Einstieg beleuchtete Gemeindeammann Otto Moser die Entwicklung der Staufner Bevölkerung, die ständig zunimmt. Das hat auch Auswirkungen auf die Schule, die stets mehr Raum benötigt.

Neues Gemeindehaus

Die Planung für das neue Gemeindehaus ist so weit gediehen, dass der Gemeinderat der Wintergmeind einen Baukredit von 4,9 Mio. Franken beantragen kann. Mit einer imaginären Exkursion durch das geplante Gebäude erläuterte Architekt Christian Stahel das Bauprogramm und wies auf den «einfachen Ausdruck des Hauses» und die Möglichkeit zur Synergienutzung mit dem Zopfhuus hin. Büroplaner Peter Hegi stellte das Innenleben der neuen Gemeindeverwaltung mit Stehschalter, Diskretschalter, Besprechungsraum und Einzelbüro vor und erläuterte das Sicherheitskonzept mit der strikten Trennung von Tag- und Nachtzonen.

Finanzielle Auswirkungen

Für das Gemeindehaus (5,18 Millionen), die Sanierung des alten Schulhauses (3,935 Millionen) und den Neubau von Turnhalle und weiterem Schulraum (6 Millionen) enthält das Investitionsprogramm bis 2016 rund 15 Mio. Franken.

Die Finanzierung soll einerseits mit den durch die zunehmende Bevölkerung erwarteten Mehreinnahmen bei den Steuern und die noch während einiger Jahre fliessenden Einnahmen aus dem Kiesabbau erfolgen. Anderseits sei eine moderate Erhöhung des Steuerfusses von gegenwärtig 80 Prozent auf 85 Prozent ab 2013 unumgänglich, erläuterte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Peter Hauri. Anhand von Beispielen zeigte er, dass sich die jährliche finanzielle Belastung für den einzelnen Steuerzahler im Rahmen hält.

Zurück zur Gegenwart: 2010 werden voraussichtlich sowohl die Aufwände wie auch die Erträge das Budget überschreiten.

Optimistische Budgetierung

Im Voranschlag 2011 wird mit höheren Beiträgen an den Finanz- und Lastenausgleich und gestiegenen Kosten im Gesundheitswesen gerechnet. Auf der Ausgabenseite zu Buche schlagen ausserdem Jugendfest, Dorfjubiläum und ein weiteres Schulzimmer. Mit einer optimistischen Budgetierung der Steuererträge kann mit Ertrag und Aufwand von je 10,6 Mio. Franken trotzdem ein ausgeglichenes Budget präsentiert werden. Der Voranschlag 2011 basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 80 Prozent.

Alterswohnungen auf Eis gelegt

Für die zwölf vorgesehenen Alterswohnungen läuft die Planung seit mehr als fünf Jahren. Das bereits bewilligte Baugesuch wurde jedoch aufgrund von formellen und materiellen Mängeln zurückgezogen. «Der Rückzug fiel uns nicht leicht», gab Gemeinderat Emanuele Soldati zu. Einer der Gründe dafür sei die unterschiedliche Behandlung von Grundeigentümern bei der Erschliessungsfinanzierung gewesen. Man wolle das Projekt aber nicht abschreiben, sondern im Investitionsprogramm nach hinten schieben.

Grund zur Freude gibt es trotzdem: Staufen feiert nächstes Jahr sein 975-Jahr-Jubiläum mit diversen Veranstaltungen. Zum Auftakt wird am 2. Januar 2011 erstmals ein Neujahrsapéro durchgeführt.

Spezielle Gäste

Mit Interesse verfolgten vier Gemeinderäte aus Seengen den Staufner Politapéro; sie wollten sich ein Bild über die Informationspolitik der Gemeinde machen. «Wir führen zwar auch Informationsveranstaltungen durch, aber jeweils nur zu einem Thema», zog Gemeindeammann
Nelli Ulmi einen Vergleich.