Neubau

15 Millionen fürs Schulhaus mit Turnhalle: Holderbank startet sein Jahrhundertprojekt

Auf dem Gelände markieren Bauprofile das Bauvorhaben.

Auf dem Gelände markieren Bauprofile das Bauvorhaben.

Der Schulhausbau samt neuer Turnhalle kostet neu 15 Millionen Franken. Jetzt folgt das Baugesuch, im August stimmt die Gemeindeversammlung über den Kredit ab.

Dass ein Bauvorhaben aufgelegt wird, noch bevor das Geld dafür gesprochen wurde, ist höchst ungewöhnlich. Doch genau das passiert derzeit in Holderbank. Seit letztem Freitag liegt auf der Gemeindeverwaltung das Baugesuch für das neue Primarschulhaus und die neue Einfachturnhalle auf. An der coronabedingt auf den 26. August verschobenen Sommergmeind soll Holderbank das Geschäft dann noch durchwinken.

Einen anderen Weg habe es nicht gegeben, sagt Gemeindeammann Herbert Anderegg. Die Zeit drängt, die Schule Holderbank platzt längst aus allen Nähten. Behelfsmässig wurden in den vergangenen Jahren Pavillon-­Provisorien erstellt.

Der Baukredit, über den die Gmeind zu befinden hat, beträgt 13,85 Millionen Franken. Ursprünglich war man von einem Investitionsvolumen von 8,8 Millionen Franken ausgegangen, um das Projekt «Auf der Mauer auf der Lauer» des Architekturbüros MJ2B aus Murten zu realisieren. Doch: Das Geld reicht nicht, der Bau wird massiv teurer werden. Das hat zwei Gründe, wie Anderegg erklärt: «Ursprünglich war vorgesehen, den mittelfristig geplanten Schulraum in zwei Etappen zu realisieren. Die ursprüngliche Kostenschätzung basiert auf der Umsetzung von Etappe eins mit vier Schulzimmern, Gruppenräumen und der Einfachturnhalle.»

In einer zweiten Etappe sollten mit einem Anbau an der Südseite des neuen Gebäudes zwei zusätzliche Schulzimmer, Gruppenräume und Platz für die Tagesstrukturen entstehen. Das war für 2024 vorgesehen, also kaum zwei Jahre nach Fertigstellung von Etappe eins. Jetzt will man jedoch die beiden Etappen gleichzeitig realisieren. Dies nicht zuletzt aus Kostengründen, um die Mehrkosten zu vermeiden, welche eine Aufsplittung des Projekts mit sich brächten. Ausserdem, so der Gemeindeammann, habe man rasch einmal erkannt, dass die Kostenschätzung für Etappe eins sehr konservativ ausgefallen war und nicht gehalten werden konnte.

Gemeinde verkauft Baulandreserve

Zusammen mit dem Planungskredit von 1,5 Millionen Franken kommt das neue Primarschulhaus auf 15,35 Millionen Franken zu stehen. Das ist ein grosser Brocken, den die kleine Gemeinde zu stemmen hat. Anderegg spricht vom Schulhausneubau denn auch von einem «Jahrhundertprojekt». Alternativen gebe es keine.

In den vergangenen hundert Jahren sei in Holderbank kaum in ordentlichen Schulraum investiert worden, erklärt er. Welche Auswirkungen hat die Grossinvestition auf den Steuerfuss der Gemeinde? Dieser beträgt heute 95 Prozent. «Es ist nicht vorgesehen, unmittelbar den Steuersatz zu erhöhen», sagt der Ammann. Die Vermögenslage der Gemeinde mit einem Pro-Kopf-Vermögen von rund 7500 Franken sei derzeit komfortabel. Das dürfte sich in den kommenden Jahren jedoch ändern, die Verschuldung wird zunehmen.

Auf dem Gelände, auf das die neue Primarschule gebaut wird, werden zwei Einfamilienhäuser abgebrochen und der seit 1974 bestehende Pavillon verschwindet. Die dort unterrichteten Schüler (5.- und 6.-Klässler) werden vorübergehend in Möriken-Wildegg aufgenommen. Voraussichtlich für zwei Jahre, bis das neue Schulhaus in Betrieb genommen wird.

Die Gemeinde Holderbank ist in den vergangenen zehn Jahren um über 50 Prozent gewachsen auf heute 1380 Personen. Tendenz steigend. An der Hauptstrasse sind vier Mehrfamilienhäuser mit rund 70 Wohnungen bewilligt. Zudem hat die Gemeinde grössere Baulandreserven im «Schümel». «Deren Verkauf wird massgeblich zur Finanzierung des Schulhausneubaus beitragen», so Anderegg.

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