Lenzburg
1396 neue Bewohner in einem Jahr: Was Zuzüger an Lenzburg sexy finden

Innert eines Jahres kamen 1396 Personen. Einige der Liebe wegen, andere wegen der guten Wohnungen. 150 Neuzuzüger nahmen am Samstagnachmittag am Neuzuzügertag teil.

Peter Weingartner
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Stefanie Eicher (34), zugezogen aus Zürich «Mein Partner kommt aus Lenzburg; die Schwiegereltern leben hier. Die Stadt hat eine überschaubare Grösse, besser für eine Familie mit Kleinkindern. Ich kann mir vorstellen, mich im sozialen Bereich, Alter zum Beispiel, zu engagieren.»
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André Keppler (28), Reinach AG «Lenzburg ist ein schönes Städtchen, nicht zu klein, nicht zu gross. Es hat hier alles, was man braucht. Der Kollegenkreis war, neben der Lage – ich arbeite in Zürich – ausschlaggebend. Jugendfest und Freischaren, schon cool.»
Anne Lindberg (58), Beinwil am See «Ich bin mit meinem Partner zusammengezogen. Er arbeitet in Zürich. Die guten Verbindungen sind ein Plus, aber auch die Altstadt gefällt mir. Die Nachbarin möchte mich vom Turnverein überzeugen. Mal sehen.»
Guido Bachmann (40), Blumenstein BE «Jobbedingt war ich drei Jahre Wochenaufenthalter im Freiamt. Nun habe ich mich für Lenzburg entschieden; das ‹Leopold› finde ich super. Ausgangsmässig bin ich Baden/Zürich-orientiert. In Wettingen bin ich in einer Showdance-Gruppe.»
Pius Peter (72), Zürich «Das Haus, in dem wir in Zürich wohnten, wurde verkauft. Da haben wir uns umgesehen, Richtung Westen. Lenzburg bietet eine ländliche Umgebung, exzellent fürs Velofahren. Auch die sehr guten Verbindungen mit Zürich sind mir wichtig.»
Arnold Mienert (61), Benzenschwil «Ich arbeite in Zürich; das Auto habe ich nun abgegeben. Statt auf mehreren Etagen leben wir nun altersgerechter. Ich bin seit Jahrzehnten mit dem Schachklub Lenzburg verbunden. Im Dorf gingen alle Läden verloren; hier haben wir alles.»
Elisabeth Domann (40), Tschiertschen GR «Mein Mann hat hier eine Pfarrerstelle angenommen. Schon etwas anderes als ein 200-Seelen-Dorf. Lenzburg hat eine gute Grösse. Etwas mehr Grün wäre vielleicht nicht schlecht. Den Aabach finde ich sehr schön. Ich mache im Forum Kultur mit.»
Andreas Rymann (65), Seon «Unser Einfamilienhaus wurde zu gross; darum haben wir uns hier eine Eigentumswohnung gekauft. Meine Frau ist hier aufgewachsen, und wir sind seit Jahren am Jugendfest dabei. Lenzburg hat eine gute Grösse und bietet kulturell viel.»
Andrea Bachmann (24), Villmergen «Wir haben Lenzburg wegen der zentralen Lage gewählt: Mein Partner arbeitet in Kirchleerau, ich in Zufikon. Beides ist mit öV zu erreichen, denn wir haben kein Auto. Wir werden weiterhin in Villmergen bei unseren Vereinen mitmachen.»
Martin Joss (29), Aesch ZH «Ich arbeite teils noch in Zürich, teils in Sissach. Da bietet sich Lenzburg dazwischen an. Ich bin überrascht vom Angebot von Badminton bis Kletterhalle. Wir haben vor, hier einen Debattierklub für Berufstätige auf die Beine zu stellen.»
Neuzuzügertag Lenzburg

Stefanie Eicher (34), zugezogen aus Zürich «Mein Partner kommt aus Lenzburg; die Schwiegereltern leben hier. Die Stadt hat eine überschaubare Grösse, besser für eine Familie mit Kleinkindern. Ich kann mir vorstellen, mich im sozialen Bereich, Alter zum Beispiel, zu engagieren.»

Peter Weingartner

Lenzburg ist eine Stadt, nicht nur historisch, sondern auch zahlenmässig: 10 405 Personen lebten Mitte April hier. Verglichen mit dem Vorjahr stehen 1396 Zuzügen 861 Wegzügen gegenüber. 150 Neuzuzüger nahmen am Samstagnachmittag am Neuzuzügertag teil. Das sommerliche Wetter zeigte die historische Innenstadt im besten Licht. Und die Stadtführerinnen Margrit Weber, Sabina Stöckli, Agnese Fanconi, Anna-Maria Ammann, Odile Wälchli und Jacqueline Lehn redeten nicht bloss über Mauern, Gebäude, Brunnen und prägende Figuren der Stadtgeschichte. Es gab «Action».

Beim Rathaus erklärt Stadtrat Martin Steinmann, herausgeputzt im Frack und flankiert von zwei Blumenmädchen, was es mit dem Jugendfest, das eine ganze Woche dauert, auf sich hat. «Hemmige» spielt eine Abordnung der Stadtmusik und meint das Gegenteil: Keine Hemmungen soll haben, wer Lust hat, mal vorbeizuschauen. «En passant» lernen die Neuzuzügerinnen und Neuzuzüger auf dem Stadtrundgang auch die zahlreichen Läden kennen.

Ein Crashkurs in Sachen Freischarenmanöver – jedes zweite Jahr Teil des Jugendfests – erhält das Publikum von verkleideten Protagonisten auf der Treppe des Wohnateliers Meier. Urso del Logistico, der Materialverwalter und damit Herr über 900 Freischarenuniformen und 300 Kadetten-Outfits, heisst bürgerlich Urs Bucher und verteilt Flyer. Eine Station weiter kommt Stadtführerin Sabina Stöckli auf die Geschichte des Hünerwadel-Hauses und die Mauersegler unter dem Dach zu sprechen.

Den Zweck, einen Einblick in Geschichte und Kultur der Stadt zu vermitteln, erfüllt der Rundgang, zu dem auch Tambouren und Chlaus-Chlöpfer ihren Teil beitragen, vollauf. Sofern die Zuzüger der Mundart mächtig sind. Im alten Gemeindesaal singt die Kinderkantorei drei Lieder, bevor Stadtammann Daniel Mosimann sein Loblied auf die «heimliche Kulturhauptstadt des Aargaus» anstimmt und zum Apéro lädt.

Historische Bilder von Lenzburg:

Der Lindenplatz; die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1918.
39 Bilder
Das Schloss Lenzburg irgendwann zwischen 1918 und 1937.
Postkarte mit Blick auf die Burghalde. Der Poststempel datiert sie auf das Jahr 1919.
Eine Postkarte mit Poststempel aus dem Jahr 1919 zeigt die Kirche und das Pfarrhaus.
Die Justizvollzugsanstalt irgendwann zwischen 1918 und 1937.
Der Hero-Konzern wurde 1886 von Gustav Henckell und Gustav Zeiler in Lenzburg gegründet. Die Aufnahme stammt aus einer Zeit zwischen 1918 und 1937.
1922: Blick auf die Verpackungsherstellerfirma Langenbach AG.
Eine Postkarte aus dem Jahr 1922 zeigt das Schloss Lenzburg.
Das Schloss Lenzburg zwischen 1931 und 1937. Zwischen 1925-1951 lebte Lincoln Ellsworth, Sohn von James Ellsworth im Schloss.
Lincoln Ellsworth posiert vor dem Schloss zwischen 1931 bis 1937. Nach seinem Tod 1951 ging das Anwesen für 5 Jahre in den Besitz seiner Frau Marie Luise Ellsworth-Ulmer.
Lenzburg von oben 1934. Anlässlich eines dreitägigen Rundflugs - dem Flug Vautier - mit der Fokker CH-190 entstand dieses Bild.
Postkarte vom Schloss Lenzburg. Der Poststempel geht auf das Jahr 1941 zurück.
Lenzburg im Jahr 1948.
Jazz-Grossformation von Lenzburg mit Pepe Lienhard 1963.
Jazz-Grossformation von Lenzburg mit Pepe Lienhard 1963.
Blick auf das Schloss Lenzburg 1963. Sieben Jahre zuvor hatte die Stadt Lenzburg und der Kanton Aargau das Schloss erworben und eine Stiftung gegründet.
1963 mitten im Bau: Die Autobahnbrücke wurde 1965/66 fertig gestellt.
Autobahnviadukt in Lenzburg Niederlenz 1963. Unten links lässt sich ein Stück der Seetalbahn erspähen. Es handelt sich um die Strecke Lenzburg-Wildegg. Auch der Aabach mit dem Wehr des Hetex-Kleinkraftwerks ist zu erkennen.
Die Hero-Fleischwaren-Fabrik im Vordergrund 1963. Hinter dem Volg-Areal steht das Fabrik-Areal der Wisa-Gloria-Werke.
Tiefgeflogen: Ein Luftbild der Wisa Gloria 1969.
Blick auf die Justizvollzugsanstalt Lenzburg 1964. Sie ist heute die grösste kantonale Strafanstalt im Kanton Aargau.
Lenzburg von oben 1964.
Mitten im Nationalstrassenbau 1964. Hier entsteht die Autobahn A1 nach Lenzburg.
Hier entsteht die Autobahn A1 nach Lenzburg 1964. Die Autobahn wurde 1967 eröffnet.
Blick auf die Firma Stutz, das Coop-Lagerhaus und die Getreideflocken AG 1964.
Fuchsjagd im Jahr 1966.
Die Reiter folgen dem flüchtenden Fuchs im Galopp.
Fuchsjagd in Lenzburg, irgendwann zwischen 1962 bis 1968.
Lenzburg von Westen; Blick auf das Stadtzentrum und die Altstadt 1967.
Lenzburg Hero 1968
Betonwerk 1969
Lenzburg von Süden; Blick auf das Stadtzentrum und die Altstadt 1977.
Lenzburg von Osten; Blick auf die Haftanstalt, den Sportplatz sowie den Obst- und Gemüseanbau 1977.
1979 ereignete sich in Lenzburg ein Tankwagenunfall.
1990 wurde der Hendschiker Kirchweg saniert.
Sanierung 1990: Um die Ecke zwischen Kirchgasse und Grabenweg.
1994 wurde die Stadtmauer saniert.
Lenzburg, von Süd-Osten, Haftanstalt, Staufen 1995
Blick auf die Altstadt aus der Vogelperspektive 1999.

Der Lindenplatz; die Aufnahme stammt aus dem Jahr 1918.

Unbekannt

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