13 Punkte. Der Gourmetführer «Gault Millau» hievt die Brasserie Barracuda in Lenzburg in die Punkteränge. Die Auszeichnung mag etwas überraschen: Der Betrieb im Quartier «Im Lenz» ist jung, erst vor gut einem Jahr, im Juni 2017, wurde er eröffnet. Jung ist auch das Team und die Betriebsleitung: Ann-Kristin Schäffler ist 31 Jahre alt, diplomierte Hotelière-Restauratrice.

Über den 37-jährigen Küchenchef Marc Pierre Kasten schreibt «Gault Millau», er sei «ein Küchenzampano», der mit seiner «frischen, gesunden und regionalen Küche den Nerv der ‹urban people› in Lenzburg treffe».

Am Tag nach Erscheinen der Gastrofibel weist in der offenen «Barracuda»-Küche nichts auf die Auszeichnung hin. Die Arbeiten gehen ihren gewohnten Gang, die Küchencrew hat kurz vor der Mittagszeit alle Hände voll zu tun. Fehlen tut im Moment nur einer: der deutsche Chef Marc Pierre Kasten

Marc Pierre Kasten schwingt seit einem Jahr das Zepter in der «Barracuda»-Küche. Zuvor hat er auf dem Pfannenstiel und in Wohlen gearbeitet. An Kastens Seite steht nebst anderen Werner Schlegel. Schlegel hat über 30 Jahre im Boniswiler «Seeblick» gewirtet und ist seit der Eröffnung der Brasserie dabei. Rund zwölf Festangestellte werden beschäftigt. Hinzu kommen ebenso viele Teilnehmer eines Sozialprogramms; sie arbeiten in der Küche und im Service. Betriebsleiterin Schäffler ist Ostschweizerin, ihr Dialekt unverkennbar. Seit einigen Monaten steht sie an der Spitze des «Barracuda»-Teams, zuvor hat sie in der Zürcher Gastroszene gearbeitet.

Das sind die Aargauer Gault-Millau-Restaurants:

Auch am Tag danach steht Schäffler die Freude ins Gesicht geschrieben. «Wow», habe sie gedacht, als von der Ehrung hörte. Die Auszeichnung sei eine Würdigung für das, was hier gearbeitet werde, und sei dem gesamten Team zu verdanken. «Unser Konzept der mediterranen Küche spricht viele Leute an.»

Das «Barracuda» gehört zur Sozialfirma Trinamo AG. Deren Konzept lobt «Gault Millau» ebenfalls in den höchsten Tönen: «Man kann dem Betreiber nur gratulieren: Mit seinem erfolgreichen Gastroprojekt als Lernfeld für erwerbslose oder leistungsbeeinträchtigte Menschen hat er den Nagel auf den Kopf getroffen.»

Nach der Ehrung will man sich im «Barracuda» keinesfalls auf den Lorbeeren ausruhen. Der Ehrgeiz hat die Gastronomen gepackt. «Wir versuchen, das Leiterli noch höher zu steigen», sagt die selbstbewusste Betriebsleiterin Schäffler.