Das Bezirksgericht Lenzburg hätte einen Fall von Unbelehrbarkeit beurteilen sollen. Der Prozess war angesetzt, wurde dann aber überflüssig, weil der Beschuldigte, nennen wir ihn Kevin, zwar gegen den Strafbefehl rekurriert hatte, aber am Verhandlungstag nicht auftauchte.

Der 32-jährige Deutsche arbeitet als Geschäftsleiter einer Firma in Dierikon LU. Dafür hat er eine Grenzgängerbewilligung. Anfang des Jahres wurde ihm ein Strafbefehl von der Staatsanwaltschaft Lenzburg zugestellt. Der Vorwurf: illegale Beschäftigung eines Ausländers. Er hatte im Sommer 2018 während acht Tagen auf einer Baustelle in Meisterschwanden einen Australier arbeiten lassen. Dieser verfügte nicht über die erforderliche Arbeitsbewilligung, was der Beschuldigte wusste.

Ein Vergehen, das Kevin nicht zum ersten Mal zur Last gelegt wurde, wie dem Strafbefehl weiter zu entnehmen ist. Vielmehr wurde er in jüngster Vergangenheit schon zwei Mal im Kanton Luzern wegen Verstössen gegen das Ausländergesetz verurteilt.

Dreimal ist mindestens einmal zu viel: Die Staatsanwaltschaft Lenzburg beschloss, die bedingte Strafe zu widerrufen und mit der neuen Strafe eine Gesamtstrafe zu bilden. Da Kevin an der Gerichtsverhandlung nicht auftauchte, hat er nun die im Strafbefehl verfügte unbedingte Geldstrafe von 12 000 Franken zu bezahlen.

Mit einem Entzug seiner Grenzgängerbewilligung muss Kevin aber nicht rechnen. Auf Anfrage erklärte das Amt für Migration in Luzern, dass ein Widerruf der Bewilligung zwar aus Gründen der öffentlichen Ordnung, Sicherheit und Gesundheit möglich sei, aber eine mehrfache Verurteilung wegen illegaler Beschäftigung eines Ausländers diese Voraussetzungen wohl nicht erfülle.