Das sind beinahe doppelt so viele, wie eigentlich nötig gewesen wären. «Wir sind stolz, dass wir die Unterschriften zusammengebracht haben. Das zeigt auch, was man mit Mut und Tatkraft erreichen kann», sagt Marianne Tribaldos (CVP) vom Referendumskomitee anlässlich der Übergabe der Unterschriften. Zudem beweise die grosse Zahl der Unterschriften auch, dass die Verkehrssituation in Lenzburg ein Problem sei.

Vorlage sorgt für rote Köpfe

Nach der kurzen Ansprache der weiteren Mitglieder des Referendumskomitees wurden die Unterschriften an Stadtschreiber Christoph Hofstetter übergeben. Daniel Fischer (GLP) liess es sich nicht nehmen, Hofstetter auch noch zwei Zweige zu überreichen. «Das ist je ein Zweig eines Bergahorns und einer Buche, die mit einem roten Punkt gekennzeichnet wurden und daher bei der Sanierung der Wilstrasse gefällt werden sollten», erklärt er den Anwesenden.

Doch wie ist es überhaupt zu dieser Referendumsübergabe gekommen? An der Einwohnerratsversammlung vom 23. Juni brachte der Stadtrat von Lenzburg den Kredit über 412000 Franken für die Sanierung der Wilstrasse nicht ohne Opposition durch. Das Projekt sieht vor, die Strasse auf einer Länge von 420 Metern zwischen der Aarbachbrücke und der Kiesgrube beim neuen Zentralgefängnis zu sanieren und zu verbreitern.

Referendumskomitee gebildet

Diese Vorlage sorgte an der Versammlung jedoch für rote Köpfe. Urs Egloff (CVP) stellte einen Rückweisungsantrag, da er durch die Verbreiterung der Strasse mehr Schwer- und Schleichverkehr befürchtete. Der Antrag wurde aber mit 26 zu 10 Stimmen abgelehnt und die Vorlage der Stadt wurde angenommen.

Sofort ergriffen Marianne Tribaldos (CVP), Stefan Zantop (Grüne), Beat Hiller und Daniel Fischer (beide Grünliberale) die Initiative und bildeten ein Referendumskomitee. Sie setzen sich zum Ziel, dass das Naherholungsgebiet Wil nicht durch Mehrverkehr belastet wird. «Zudem dürfen nicht weiter Ressourcen verbaut werden, sondern die bestehenden sollen leistungsfähiger gemacht werden», erklärt Hiller.

Wie geht es weiter?

Das Referendumskomitee hat nun sein Ziel erreicht: Es kommt zu einer Abstimmung über die bestehende Vorlage des Stadtrats. Wann die Einwohner von Lenzburg über die Sanierung befinden können, ist noch unklar. Sicher ist aber, dass die Gegner der Vorlage ein Fest planen. «Etwa drei Wochen vor der Abstimmung werden wir an der Wilstrasse mit Bier und Bratwürsten feiern», blickt Tribaldos voraus.