Holderbank ist durch Verkehrslärm von der Kantonsstrasse 112 stark belastet. Dies erkannte man bereits vor 15 Jahren. Daher plante man zwischen 2000 und 2004 erste Lärmschutzsanierungen, welche danach realisiert wurden. In der Zwischenzeit ist das Verkehrsaufkommen weiter gestiegen, ausserdem traten Gesetzesänderungen in Kraft, welche sich zugunsten der Lärmbetroffenen auswirken. Deshalb wird in Holderbank ein Nachsanierungsprojekt durchgeführt. Bis ins Jahr 2018 stehen ausserdem beim Bund die Kassen für Subventionen offen und der Kanton möchte bis zu diesem Zeitpunkt alle Strassenlärm-Sanierungen abgeschlossen oder zumindest in Ausführung haben.
Fenster und Lüfter einbauen

Am Donnerstagabend fand in der Turnhalle eine öffentliche Information statt. Daniel Gysin, Gesamtprojektleiter, sowie die Projektverantwortlichen Alexander Schmid und Sebastian Veit orientierten die Bevölkerung über die geplanten Massnahmen. Bereits vorgängig hatten alle betroffenen Hausbesitzer ausführliche Dokumentationen erhalten: Neben den dreifach verglasten Fenstern werden auch Schalldämmlüfter eingebaut, jedoch nur in Schlafräumen. Diese erlauben eine Frischluftzufuhr, ohne dass ein Fenster geöffnet werden muss.

Nachdem in der ersten Phase nur Liegenschaften saniert worden waren, bei welchen der Alarmwert überschritten wurde und wo demzufolge eine Sanierungspflicht bestand, kommen nun weitere Objekte in den Genuss der Lärmschutzmassnahmen. Wird der Immissionsgrenzwert überschritten, können die Liegenschaftsbesitzer freiwillig Schallschutzmassnahmen an den Gebäuden vornehmen lassen, der Kanton übernimmt dabei 50 Prozent der Kosten. Die Messungen sowie eine Berechnung für die Belastung in 20 Jahren haben ergeben, dass davon 96 Gebäude betroffen sind. Bei 40 Liegenschaften wird spätestens in 20 Jahren sogar der Alarmwert erreicht werden, das heisst, der Einbau von schalldämmenden Fenstern und Lüftern ist obligatorisch und wird zu 100 Prozent durch die öffentliche Hand bezahlt. Insgesamt sind etwa 500 Personen von einer erhöhten Lärmbelastung betroffen.

Beteiligung der Hausbesitzer

Die Gesamtkosten für die Nachsanierung betragen etwa 747 000 Franken, Bund und Kanton übernehmen rund 548 000 Franken. Für die Gemeinde bleiben knapp 200 000 Franken. Die Eigentümer tragen zusammen ungefähr 340 000 Franken bei. In diesen Kosten sind die Aufwendungen für die Strassenbelagssanierung nicht enthalten. Das Projekt liegt bis 10. März auf der Gemeindeverwaltung öffentlich auf. Die Projektverantwortlichen rechnen mit dem Beginn der Fenstereinbauten spätestens im ersten Quartal 2016, falls keine Einwendungen die Arbeiten verzögern.