Biodiveristät

Lenzburg bekommt die zwei wohl grössten Echsen der Welt

Zum 10-Jahre-Jubiläum macht sich der Fachverband der Schweizerischen Kies- und Betonindustrie (FSKB) ein besonderes Geschenk. Zwei Riesenechsen aus Stein sollen die Naturleistungen der Branche symbolisieren.

Eine Kiesgrube, das erinnert nicht gerade an ein Naturparadies. Für viele Arten ist sie aber ein wichtiger Lebensraum. Denn nach vielen künstlichen Flussbegradigungen fehlen Kiesbete, in denen Steinhaufen und angeschwemmte Äste Unterschlupf bieten. Die Existenz von vielen Pflanzen und Tieren war dadurch ernsthaft bedroht.

Kiesgruben bieten heute diesen Arten an Stelle der verloren gegangenen Flusslandschaften neue Lebensräume: Während dem Abbau entstehende Trocken-, Feucht- und Nassstandorte sind insbesondere für Pionierarten geeignete Lebensbedingungen.

Vielerorts haben sich seltene Tier- und Pflanzenarten wie zum Beispiel Gelbbauchunken, Blauflüglige Ödlandschrecken oder Rosmarin-Weidröschen angesiedelt. Uferschwalben, Flussregenpfeifer, Kreuzkröten und viele weitere Tiere und Pflanzen können vor allem dank den Kiesgruben in unseren Breitengraden überleben. Ein Netz von ca. 100 Kiesgruben - Lebensräumen überlagert heute die Schweiz.

Grösste Echsen der Welt als Symbol für Engagement

Jeder Kiesgrubenbesitzer ist sogar dazu verpflichtet, die Natur zu fördern. Zum 10-jährigen Jubiläum des Fachverbandes der Schweeizerischen Kies- und Betonindustrie FSKB möchte man auf das Engagement für die Natur aufmerksam machen: Unter der künstlerischen Leitung von Eva Furrer sind die zwei grössten Echsen der Welt entstanden.

«Die je rund 35 Meter langen Steinechsen symbolisieren einerseits die enormen Dimensionen der Kiesreserven, über die unser Land verfügt. Anderseits zeigen sie, dass die Natur und der Kiesabbau gegenseitig von einander profitieren», schreibt der FSKB in einer Medienmitteillung. Morgen Freitag werden die Echsen der Öffentlichkeit präsentiert und der Natur übergeben.

Die Steinechsen bieten wie viele Kiesgruben unzähligen Fauna- und Floraarten ökologisch wertvolle Lebensräume. Biodiversität sei in den Kiesgruben seit über 30 Jahren ein wichtiges Thema, schreibt der FSKB.

Einziger in grossen Mengen verfügbarer Rohstoff

Die Schweiz ist im wahren Sinn des Wortes ein steinreiches Land. Die Vorräte reichen noch für mehrere Jahrhunderte, insbesondere wenn man berücksichtigt, dass Kies, Beton und Mischgut von der Branche zurückgenommen werden und sich mehrfach wiederverwenden lassen.

Die Kiesvorkommen bilden den einzigen in grossen Mengen verfügbaren Rohstoff der Schweiz. In den Eiszeiten haben die Gletscher riesige Geröllmassen in den Tälern abgelagert. Diese Schotterfüllungen lassen sich heute zu recyclierbaren Gesteinskörnungen resp. Kies verwerten.

In der Schweiz wird je Einwohner jährlich etwa ein Lastwagen (3-Achser) Kies verbraucht. Daraus ergibt sich ein jährliches Ausstosstotal von ca. 30 Mio. m3, mit welchem primär Beton und Mischgut für den Strassenbau hergestellt wird. Ca. 80% der Bauabfälle werden heute recycliert. Dieser hohe Anteil stellt international einen Spitzenwert dar.

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