2011 hat die Pädagogische Hochschule Nordwestschweiz (PHNW) 17 Prozent mehr Studienanfänger verzeichnet als noch im Vorjahr.

Für den Aargauischen Lehrerinnen- und Lehrerverband (ALV) ist das aber kein Grund, Entwarnung zu geben. Denn im Kanton Aargau studieren an der PH lediglich 13 junge Menschen mehr als noch im Jahr 2010. Notwendig, so der ALV, wäre jedoch ein Anstieg von mehr als 200 Studierenden.

Weitere Verbesserungen nötig

Um den jetzigen Mangel an Lehrkräften definitiv zu beheben, brauche es weitere Verbesserungen beim Studium und den Anstellungsbedingungen.

Gemäss dem Präsidenten des ALV, Niklaus Stöckli, fordert der Verband aber nicht nur eine zeitgemässe Entlöhnung und echte Karriereperspektiven für Lehrerinnen und Lehrer, sondern auch - eine strengere Selektion bei der Zulassung zum Studium.

Frühen Ausstieg verhindern

«Es mag paradox klingen», sagt Stöckli, «aber es ist eine Tatsache, dass eine strengere Selektion die Attraktivität des Studiums erhöht.»

Das zeige sich unter anderem bei den neuen Angeboten für Quereinsteiger. «Dort rennen die Bewerber - trotz rigoroser Auswahl - den Pädagogischen Hochschulen die Türen ein. Beim Regelstudium hingegen ist man froh, wenn überhaupt jemand kommt.»

Mit einem frühzeitig durchgeführten Assessment könne man zudem verhindern, dass junge Lehrkräfte, wie so oft, schon nach wenigen Berufsjahren den Bettel wieder hinschmeissen, glaubt Stöckli: «Neueste Untersuchungen beweisen, dass die Gründe für das frühe Aussteigen junger Lehrpersonen durchaus bei Studienbeginn erkannt werden können.» (bau)