Bezirksgericht Zofingen
Lauter Kinderpornografie-Montagen in der Wohnung des Angeklagten

Vor dem Bezirksgericht Zofingen steht am Donnerstag ein Mann, der sich wegen sexuellen Handlungen mit Kindern, mehrfacher Pornografie und der Beschäftigung von Ausländern ohne Bewilligung verantworten muss.

Katrin Freiburghaus
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Der Angeklagte soll mit dem Computer kinderpornografischen Fotomontagen angefertigt und in seinem Haus aufgehängt haben. (Symbolbild)

Der Angeklagte soll mit dem Computer kinderpornografischen Fotomontagen angefertigt und in seinem Haus aufgehängt haben. (Symbolbild)

Keystone

Es soll im Sommer 2002 passiert sein, als sich der Beschuldigte und ein 14-Jähriger in der Region Zofingen getroffen haben. Bei dieser Begegnung sollen sich die beiden abwechslungsweise nackt fotografiert haben. Der beschuldigte Mann liess sich angeblich auch vom Knaben fotografieren, als er einen Penisring benutzte.

Die Staatsanwaltschaft Zofingen-Kulm wirft dem Beschuldigten deshalb vor, ein Kind unter 16 Jahren in eine sexuelle Handlung einbezogen zu haben. Gemäss Anklageschrift habe er den 14-Jährigen mit Absicht zum Zeugen seiner sexuellen Handlung gemacht.

«Heisse junge Gays»

Zudem soll der beschuldigte Mann im Internet unter den Begriffen «heisse junge Gays», «süsse Gays» oder «junge Boys» nach kinderpornografischem Material gesucht haben. Die unzählig gefundenen Bilder speicherte er laut Anklageschrift zwischen 2010 und 2012 auf seinem Computer ab, druckte sie aus und fertigte von manchen Bildern Kopien an.

Aus Klassenfotos und sonstigen Abbildungen ehemaliger Schüler habe der Mann 2011 in der Region kinderpornografische Abbildungen hergestellt. Von den Fotos soll er die Köpfe der Jugendlichen ausgeschnitten, diese mehrfach kopiert und teilweise vergrössert haben. Schliesslich habe er diese auf pornografische Abbildungen wie beispielsweise nackte Männerkörper geklebt. Diese kinderpornografischen Fotomontagen dienten ihm angeblich auch als Vorlage für das Erstellen von kinderpornografischen Zeichnungen.

Gemäss Anklageschrift hatte der Beschuldigte mindestens seit 2007 bis zu seiner Verhaftung am 2. März 2012 das kinderpornografische Bildmaterial in seiner gesamten Wohnung an den Wänden und an den Decken gut sichtlich aufgehängt. Gewissen bekannten, aber auch unbekannten Personen, habe er dieses verbotene Bildmaterial in seiner Wohnung zugänglich gemacht.

Russe illegal beschäftigt

Weiter wirft die Staatsanwaltschaft dem Beschuldigten vor, von März 2010 bis November 2011 einen russischen Staatsangehörigen ohne entsprechende Bewilligung beschäftigt zu haben. Dieser hätte diverse Arbeiten im Haushalt und Garten vornehmen müssen, unter anderem auch Holzhacken. Entlohnt habe er den Russen nebst Kost und Logie mit insgesamt 17'893 Franken.

Dem Beschuldigten wird deshalb auch vorgeworfen, dass er vorsätzlich einen Ausländer beschäftigte, der in der Schweiz nicht zur Ausübung einer Erwerbstätigkeit berechtigt gewesen sei.

Das Bezirksgericht Zofingen wird das Urteil voraussichtlich am Donnerstagnachmittag fällen, solange gilt die Unschuldsvermutung.