Schnee
Lastwagen versperrten die Staffeleggstrasse wegen Schneefall

Dicke Flocken und gesperrte Strassen machen aus dem Mittelland ein Märchenwunderland. Doch leider nicht allzu lang: An Weihnachten ist es bereits wieder grün.

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Der Winter meldet sich zurück
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Schneefall in Aarau - auf dem Weg Richtung Telli.
Auf der Strasse zwischen Schönenwerd und Aarau.
Die Strassen sind rutschig, die Autofahrer stehen auf die Bremse.
Der Winter ist zurück, die Wiesen wieder weiss.
Viel Schnee von oben

Der Winter meldet sich zurück

wds

Der Dienstagnachmittag bringt viel Schnee mit sich. Zu Unfällen wegen des abrupten Schneefalls ist es bisher nicht gekommen. „Die Staffeleggstrasse war für eine kurze Zeit gesperrt, da Lastwagen die Fahrbahn blockierten, weil sie im Schneetreiben nicht mehr vorwärts kamen", sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei.

Nachdem die Strassen gesalzen worden waren, konnten die Lastwagen ihre Fahrt aber forstsetzen und seitdem sei die Stafelegg wieder normal befahrbar, so Graser.

Allen, die sich eine weisse Weihnacht wünschen, frohlockt das Herz - ungeachtet des beginnenden Verkehrschaos. Laut meteonews zieht gegen Abend die Schnee-Front an unserem Land vorbei. Auch im Aargau sollte sich das Wetter wieder beruhigen. Die Temperaturen pendeln sich am Abend über Null Grad Celsius ein. Und mit den zu warmen Temperaturen schmelzen auch die Chancen für eine weisse Weihnacht.

Für Heiligabend rechnen die Meteorologen mit wechselhaftem Wetter und eher milden Temperaturen.

«Schnee im Flachland gibt es ziemlich sicher nicht», sagte Marco Stoll, Prognostiker bei MeteoSchweiz gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Mit einem Warmlufteinbruch am Sonntag könne die Schneefallgrenze vorübergehend bis auf 2000 Meter steigen. Über die Feiertage werde sie bei 700 bis 1200 Meter liegen.

Grüne Weihnachten, ein Graus

Schnee gehört zur Vorstellung von Weihnachten wie Geschenke unterm Christbaum. Doch ein Blick in die Statistik zeigt, dass weisse Weihnachten im Schweizer Mittelland keineswegs die Regel sind.

So lag in Bern in den vergangenen 80 Jahren nur in 43 Prozent der Jahre an einem Weihnachtstag Schnee, in Zürich waren es 44 Prozent. Schnee an allen drei Weihnachtstagen gab es in Bern lediglich in 26 Prozent und in Zürich in 25 Prozent der Jahre.

Nach dem Hoch schlägt ein Tief zurück

Typisch dagegen ist das Weihnachtstauwetter, das in sieben von zehn Jahren auftritt. Dieses Jahr kam es fast lehrbuchmässig, allerdings eine Woche zu früh, sagte Felix Blumer von SRF Meteo. Grund für das Tauwetter sind physikalische Gesetzmässigkeiten und nicht eine Laune von Petrus.

Denn in der ersten und zweiten Dezemberdekade liegt häufig ein Hoch über dem Kontinent und in dessen Folge gelangt Kaltluft in unsere Breiten.

Sehr kalte Luft aus Nordosten strömt dann hinaus auf den Atlantik und bildet mit der milden und feuchten Meeresluft der Azoren ein Tiefdrucksystem. Dies wiederum führt sehr milde Luft von Süden in den Alpenraum, und im Norden stellt sich zeitweise Föhn ein: Die weisse Pracht verschwindet.
Dauerthema weisse Weihnacht

Das Thema weisse Weihnachten ist übrigens ein Dauerbrenner. So findet sich in Witterungsaufzeichnungen der Jahre 1911 bis 1914 aus dem Kanton Luzern folgende Bemerkung:

«Echte Winterkälte und Schneeherrschaft sind dem Christmonat seit einigen Jahren fast unbekannte Dinge geworden. Kein Weihnachtsgedicht, das von Kälte und Schnee redet, wollte mehr passen. Hörte ich doch jemanden sagen: 'Heute wird Weihnachten im Freien gefeiert; im Garten draussen muss das Bäumchen brennen, und dort singen wir unsere Lieder und deklamieren die Gedichte'.»

Zu Unfällen wegen des abrupten Schneefalls ist es bisher nicht gekommen. „Die Staffeleggstrasse war für eine kurze Zeit gesperrt, da Lastwagen die Fahrbahn blockierten, als sie im Schneetreiben nicht mehr vorwärts kamen", sagt Bernhard Graser, Mediensprecher der Aargauer Kantonspolizei. Nachdem die Strassen gesalzen worden waren, konnten die Lastwagen ihre Fahrt aber forstsetzen und seitdem sei die Stafelegg wieder normal befahrbar, so Graser.

(sda/sim/ahu)