Landwirtschaft
Jetzt herrscht Nachholbedarf: Bauern arbeiten sogar an Fronleichnam und oft bis spät in die Nacht hinein

Nach der langen Regenperiode müssen die Bauern auf ihren Feldern und Wiesen in kürzester Zeit enorm viel nachholen, zum Teil bis tief in die Nacht hinein.

Mathias Küng
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Heuen von morgens früh bis Sonnenuntergang.

Heuen von morgens früh bis Sonnenuntergang.

Leserbild: Luciano Pau

Nach einer langen Regenperiode können die Bauern endlich wieder richtig auf ihren Feldern arbeiten. Aufgrund des grossen Nachholbedürfnisses kommt es da schon mal vor, dass sie bis tief in die Nacht hinein unterwegs sind. Das gilt vor allem Hightech-Maschinen, die Bauern mieten müssen, und die jetzt in kurzer Zeit viel nachholen müssen.

Auch Ralf Bucher, Geschäftsführer des Bauernverbands Aargau und Grossrat Die Mitte, wartet auf eine Maissämaschine, die gleichzeitig den Boden nach der Heuernte bearbeitet. Heuen war wetterbedingt erst jetzt und die Maissaat deshalb relativ spät möglich. Eine besondere Bewilligung brauchen die Bauern dafür nicht. Das Gesetz erlaubt, dringliche landwirtschaftliche Tätigkeiten auch am späten Abend noch durchzuführen. Bucher: «Das werden Bauern aber eher auf Feldern tun, wo in der Nähe nicht grad Menschen wohnen, die schlafen möchten.»

Ralf Bucher.

Ralf Bucher.

Britta Gut

Mähen oft am Abend mit Rücksicht auf Bienen

Es gibt aber auch noch einen anderen Grund, warum viele Bauern hochstehendes Gras besonders auf Ökoflächen erst am Abend mähen. Bucher: «Tagsüber sind die Bienen unterwegs, am Abend weniger. Darauf nehmen wir Rücksicht.» Es gibt zwar Mähmaschinen, die bienenverträglich sind und deshalb am Tag gemäht werden kann. Die passen dann aber wieder nicht zum restlichen Futterbau, weshalb eben gegen Abend gemäht wird und so Rücksicht genommen wird.

200'000 Setzlinge müssen in den Boden

Die Kartoffelsetzlinge müssen in den Boden.

Die Kartoffelsetzlinge müssen in den Boden.

Foto: zvg

Alle Hände voll zu tun hat auch der neue Bauernverbandspräsident und SVP-Grossrat Christoph Hagenbuch. Gemeint ist jetzt aber weniger das neue Amt, sondern vielmehr Hagenbuchs Felder. 200'000 Setzlinge warteten wochenlang darauf, endlich eingepflanzt zu werden. Hagenbuch:

«Wir respektieren Feiertage. Doch jetzt mussten wir zum ersten Mal seit Jahren auch an Fronleichnam arbeiten. Ich glaube aber, dass die Menschen das verstanden haben, es gab keine Reklamationen.»

Er hätte damit eigentlich schon Mitte Mai beginnen müssen, aufgrund der Niederschläge konnte man den Boden aber nicht bearbeiten. Hagenbuch: «Jetzt ist Matthäi am letzten.» Er rechnet damit, dass er auch später ernten kann. Aber Hauptsache, er bringt die Setzlinge endlich in den Boden.

Team Hagenbuch im Einsatz.

Team Hagenbuch im Einsatz.

Bild: zvg