Frankenkrise

Länger arbeiten wegen Frankenstärke: Für Gewerkschafter möglich

Müssen die Büezer in der Schweiz auch länger arbeiten?

Müssen die Büezer in der Schweiz auch länger arbeiten?

Wie sollen Not leidende Firmen auf den starken Franken reagieren? Der Arbeitgeberverband empfiehlt, Angestellte länger arbeiten zu lassen. Für den Aargauer Gewerkschafter und SP-Nationalrat Max Chopard kann das durchaus ein sinnvolles Mittel sein.

Chopard ist nicht grundscätzlich gegen längere Arbeitszeiten. Im Gegenteil: Die Erhöhung könne «in Einzelfällen» durchaus sinnvoll sein, sagt Max Chopard, Unia-Gewerkschaftssekretär und Vorstandsmitglied des Aargauischen Gewerkschaftsbundes, gegenüber der az. Der Gewerkschafter, der für die SP im Nationalrat sitzt, will die Verlängerungen aber «in jedem Falle mit den betreffenden Unternehmen diskutieren». Er verlangt auch, dass die Firmen ihre Zahlen offen legen.

Es dürfe keinesfalls «Mainstream werden, die Arbeitszeiten zu verändern.» Real bestehe die Gefahr, dass Trittbrettfahrer-Unternehmen ebenfalls ihre Arbeitszeiten erhöhen werden - ohne triftigen Grund - um dann gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Löhne nicht in Euro auszahlen

«In Einzelfällen mag die Erhöhung der Arbeitszeit als Notfallmassnahme ein geeignetes Mittel zur Erhaltung des Arbeitsplatzes sein», sagt auch Ursula Cavadini von der Aargauische Industrie- und Handelskammer (AIHK). Dies darum, weil die Unternehmer die Arbeitsplätze «nicht leichtfertig aufs Spiel» setzen wollten. Sie sei sich sehr wohl bewusst, dass der hohe Frankenkurs für viele Unternehmen eine «grosse Herausforderung darstellt», so Cavadini weiter. Dies könne vor allem im exportorientierten Kanton Aargau gravierende Auswirkungen haben. Grundsätzlich aber gehe AIHK aber davon aus, dass die «Industrie fit genug» sei, diese Herausforderung zu meistern.

Chopard rät den Firmen, ihr Einkaufsverhalten zu überdenken und hier nach kreativen Lösungen zu suchen. «Viele Grossunternehmen könnten im EU Raum mittels Mengenrabatten günstig einkaufen, wenn sie sich zu Pools zusammenschliessen würden -wie es der Detailhandel schon macht.» Dafür aber müssten viele Unternehmen erst noch über ihren eigenen Schatten springen und auf Konkurrenten zugehen.

Kein Rezept gegen die Frankenstärke ist für Cavadini und Chopard, den Lohn in Euro auszuzahlen. «Sollten einzelne Firmen die Auszahlung der Löhne in Euro in Erwägung ziehen, empfehlen wir, dies nicht zu tun», sagt Cavadini.

Gewerbeverband gibt sich bedeckt

Der Aargauische Gewerbeverband wollte gegenüber der az keine Stellung nehmen. Sie gäben grundsätzlich keine Empfehlungen an ihre Mitglieder ab, wie Peter Fröhlich, stellvertretender Geschäftsführer des aargauischen Gewerbeverbandes sagte.

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