Fernwärme
Künftig Gaskombi oder Geothermie für Refuna

In absehbarer Zeit versiegt die Wärmequelle von Refuna. Energiedirektor Peter C. Beyeler und die Aktionäre sind dennoch zuversichtlich, das Refuna-Netz mit alternativen Wärmequellen speisen zu können.

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Refuna

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Aargauer Zeitung

Die Zukunft von Refuna beschäftigt Verwaltungsräte, Aktionäre, Kunden und auch die Aargauer Regierung. Klar ist: Durch die politischen Weichenstellungen wird es nach dem Auslaufen von Beznau 1 und Beznau 2 kein Ersatz-AKW geben. Wenn es überhaupt je eines gibt, könnte ein neues Kernkraftwerk nicht vor 2030 oder 2035 ans Netz gehen. Damit fällt in absehbarer Zeit die grosse Wärmequelle weg.

Die Konsequenzen für Refuna sieht der Aargauer Energiedirektor Peter C. Beyeler nicht so düster, wie er an der 27. Refuna-GV im Kernkraftwerk Beznau darlegte. Das gut ausgebaute Netz von rund 100 Kilometern Wärmeleitungen sei ein Trumpf. Die Aargauer Regierung werde sich beim Bund für den Weiterbetrieb der heutigen KKW einsetzen, «solange dies die Sicherheit zulässt und solange dies wirtschaftlich sinnvoll ist». Je länger das der Fall sei, desto grösser die Chancen, das Refuna-Netz mit alternativen Wärmequellen speisen zu können, «beispielweise aus einem Gaskombi- oder Geothermiekraftwerk», betonte Beyeler.

Mit der stetigen Verbesserung brauchten die Gebäude immer weniger Energie. Für die Fernwärme sei das eine kritische Entwicklung, weil der geringere Bedarf die hohen Kosten nicht mehr decke.

Anschlusspflicht wird kommen

Für neue Fernwärmenetze sieht Beyeler «keinen grossen Boom auf uns zukommen». Mit dem neuen Energiegesetz könnten die Gemeinden eine Anschlusspflicht an ein Fernwärmenetz festlegen. Bei rechtzeitig eingeleiteten Strategien «können Lösungen gefunden werden», lautet Beyelers optimistisches Fazit.

VR-Präsident Kurt Müller doppelt im Jahresbericht nach: Auch ohne KKW wolle Refuna den Kunden «weiterhin ökologisch sinnvolle und nachhaltig produzierte Wärme liefern».

Gutes Jahr trotz teurer Wärme

Die rund 60 Aktionäre (und Gäste) blickten auf ein gutes Jahr: Der Cashflow stieg auf 4,8 Millionen Franken, die Produktion erreichte 187632 Megawattstunden (MWh). Die Wärmelieferung stieg um 7 Prozent auf rund 158 Millionen Kilowattstunden (kWh).

Wegen der Kupplung an den Ölpreis musste Refuna der Axpo rund 18 Prozent mehr bezahlen. Die GV beschloss einstimmig, pro Aktie 200 Franken Dividende zu zahlen. Aus dem Gewinn gehen 3 Millionen Franken auf die neue Rechnung.

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