KSA Gruppe
Kantonsspital Aarau und Spital Zofingen machen wegen der Pandemie über 40 Millionen Verlust

Die KSA Gruppe – bestehend aus dem Kantonsspital Aarau (KSA), dem Spital Zofingen (SZ) und dem KSA Praxiszentrum – schliesst das Jahr pandemiebedingt mit einem Verlust von 42,3 Millionen Franken ab.

Merken
Drucken
Teilen
Im Labor des KSA sind rund 94'000 Covid-PCR-Tests ausgewertet worden.

Im Labor des KSA sind rund 94'000 Covid-PCR-Tests ausgewertet worden.

Britta Gut

(kob) «Der Start ins Geschäftsjahr 2020 verlief für die KSA Gruppe erfreulich», heisst es im Geschäftsbericht. Danach verlief das Jahr aber nicht mehr wie geplant, insbesondere der Lockdown und das Verbot von manchen Behandlungen stellten für die Spitäler eine Zäsur dar. «Nach der Aufhebung des Operationsverbots stieg die Zahl der Behandlungen bis zum Beginn der zweiten Welle wieder auf das Vorjahresniveau an.» Dann aber nahm in den Monaten November und Dezember die Zahl der Covid-Patientinnen und -Patienten stark zu. «Der Operationsbetrieb musste erneut eingeschränkt werden, weil die Anästhesiefachkräfte auf den Intensiv- und Überwachungsstationen eingesetzt werden mussten.»

Somit hatte Corona auch finanziell erhebliche Auswirkungen: Trotz hohem Einsatz habe man die massiven Einbussen (im KSA um 6,2%, im Spital Zofingen um 3,7%) in den Monaten April, November und Dezember nicht kompensiert werden, heisst es im Geschäftsbericht. Neben dem Rückgang der stationären Fälle wirkten sich auch die pandemiebedingten Zusatzkosten (Schutzmaterial, Infrastruktur, Personal etc.) negativ auf das finanzielle Ergebnis aus. Die KSA Gruppe schliesst mit einem Verlust von 42,3 Millionen Franken ab, wobei auf das KSA 37,7 Millionen Franken entfallen und auf das Spital Zofingen 4,9 Millionen Franken. Der Betriebsertrag reduziert sich um 3,8% auf 721,7 Millionen Franken.

Der Aargauer Regierungsrat hat angekündigt, dass er die Gesundheitsinstitutionen für die im Rahmen der Pandemie entstandenen Ertragsausfälle und Zusatzkosten entschädigen will. Der Grosse Rat wird voraussichtlich im Herbst 2021 darüber entscheiden.

94'000 PCR-Tests ausgewertet

Trotz des Verlusts ziehen die Verantwortlichen eine positive Bilanz: «Die KSA Gruppe hat die Corona-Pandemie gut bewältigt.» Bis Ende März hat die KSA Gruppe 968 Covid-Patientinnen und -Patienten stationär behandelt, davon 176 auf der Intensivstation. Im Labor des KSA sind rund 94'000 Covid-PCR-Tests ausgewertet worden. Im KSA-Testzentrum wurden rund 60'000 Abstriche durchgeführt – so viele wie in keinem anderen Testzentrum.

Auch bezüglich Impfen zeigt man sich zuversichtlich: «Innert knapp zweier Wochen hat das KSA Ende Dezember das grösste Aargauer Impfzentrum samt Infrastruktur, Logistik und Personal aufgebaut sowie Mitarbeitende der mobilen Impfteams des Kantons geschult.» Bis heute seien über 70'000 Dosen verabreicht worden. «Einmal mehr hat sich gezeigt, wie wichtig das Zentrumsspital KSA für die Versorgungssicherheit der Aargauer Bevölkerung ist», wird Verwaltungsratspräsident Peter Suter zitiert.