Wer mit den Letzten wandert, wandert mit denen, die etwas auf dem Herzen haben. Auf dem oberen Sennhof wartet eine Frau auf ihren Mann: «Keine Angst, mein Mann hat zwar einen Bypass, aber er geht uns nicht verloren. Er ist hier geboren und schaut schnell beim Bruder rein.» Und kehrt mit News zurück: «Mein Neffe muss seinen Stall ausbauen, dann kann er unten 30 Milchkühe einstellen und oben 30 Rinder, denn ein weiterer Bauer hört auf. Dann hat es nur noch zwei Bauern auf dem Hof meiner Jugend.» Es ist düppig und der vor 70 Jahren im Sennhof geborene Mann ist froh, dass ich auf meinen 11-jährigen Sohn warte, der soeben ein Video über Lamas auf einem Hof in Bösewil gedreht hat (zu sehen auf www.aargauerzeitung.ch).

Das sind die jüngsten AZ-Reporter

Die jüngsten AZ-Reporter auf Lama-Jagd

Bei Balzenwil (Murgenthal) gibt ein Wegweiser an, dass es von hier aus nur noch 9200 Kilometer bis Johannesburg sind, was mein Begleiter vom Sennhof wie folgt kommentiert: «Wissen Sie, die Balzenwiler wollten immer schon hoch hinaus.» Und er zeigt Regierungsrat Roland Brogli einen Hof: «Hier unten ist alt Regierungsrat Ernst Hasler geboren worden.» Finanzminister Brogli wills genau wissen: «Sind da immer noch Hasler drauf?» - «Ja, schon die Söhne der Söhne. Das ist eine fruchtbare Familie.» Und wir lernen hier an der Kantonsgrenze zu Luzern und Bern gleich noch Folgendes: «Im Luzernischen kriegt der Älteste den Hof, im Bernischen der Jüngste.» Für Brogli ist klar: «Letzteres war das ungerechteste System. Denn die Älteren mussten gratis als Knechte arbeiten, bis der Jüngste bereit war.»

Die Suche nach dem Umweg

Ein Umweg muss gesucht werden

Kurz nach Aarau fing es an zu regnen. Es regnete auch in Brittnau noch, wo die az-Leser um kurz vor 9 Uhr den Zug verliessen. Dort besammelten sich dann knapp 100 Wanderer für den Marsch ins luzernische St. Urban. Die Reissverschlüsse der Regenjacken wurden bis unters Kinn hochgezogen. Alle Wanderer hatten frühmorgens ihr weiches Bett gegen harte Wanderschuhe getauscht. Vor ihnen lag eine 3-stündige Wanderung. Gewitter waren nicht unwahrscheinlich. Warum tun sich die az-Wanderer das eigentlich an? Die Gründe sind vielfältig: Die Natur gebe ihnen viel, man bewege sich, man lerne den Aargau besser kennen und treffe immer wieder nette Leute. Nebenstehend noch drei weitere Gründe fürs Wandern trotz Regen.
Die Tarzan-Frauen bei Bösewil

Die Tarzan-Frauen von Bösewil

Als Julia Rohrbach und Patricia Paletto loszogen, war die Wandergruppe bereits über alle Hügel. Während diese jedoch die Sturmschäden umging, kletterten die Frauen über die umgekippten Bäume. Nach knapp der Hälfte der Strecke holten die Abenteurerinnen die Gruppe bereits ein.
Das Bschisserli vom Zistersienser-Kloster von Sankt Brunnen

Das Bschiisserli der Pfaffen

Die az-Wanderer lernten gestern einiges im ehemaligen Zisterzienserkloster in St. Urban. Beeindruckt waren sie von der Bibliothek, wo sie von Franz Kunz erfuhren, dass hier das erste Luzerner Lehrerseminar drin war und die Blätter alter Bücher früher mit Kreuzstich repariert wurden.
Kampf gegen die Sturmschäden

Kampf gegen die Sturmschäden

Das Gedicht zum Tag

Das Gedicht zum Tag vom Grossrat Martin Köchli