Jagd

Kosten bei Wildschäden: Jäger wehren sich

Ein Reh überquert gemütlich die Strasse zwischen Petersberg und Baldegg. Rehe Wild Wald Jagd Jäger Jagen Wildschäden. 11.08.2005.

Der Kostenaufwand für Wildschäden hat sich im vergangenen Jahr deutlich reduziert. Es braucht aber weitere Anstrengungen.

Ein Reh überquert gemütlich die Strasse zwischen Petersberg und Baldegg. Rehe Wild Wald Jagd Jäger Jagen Wildschäden. 11.08.2005.

Der Aargauische Jagdschutzverein (AJV) setzt sich für die Befreiung von der finanziellen Belastung bei Wildschäden ein.

In den Mittelpunkt seiner Generalversammlungs-Ansprache an die rund 260 Jägerinnen und Jäger und die Gäste stellte AJV-Präsident Rainer Klöti die Problematik der Wildschäden.

Dieses Thema bewegt die Jägerschaft, spätestens seit ein Gutachten, das vom Verband Jagd Schweiz in Auftrag gegeben worden war, zum Schluss gekommen ist, dass eine Garantenstellung des Kantons für jagdbare Tiere vorliegt.

Das heisst: Wildlebende Tiere gehören dem Staat, in dem sie leben und das Tier steht zu seinen Lebzeiten, mit allem, was es anrichtet, nicht unter der Verantwortung des Jägers.

«Grundsätzlich geht der AJV davon aus, dass die Schlussfolgerungen des Gutachtens richtig sind», betonte Klöti. «Das Gutachten besagt, dass Wildschäden dem Jäger nicht zugerechnet werden können, da er die Gefahrenlage nicht selbst schafft oder nennenswert beeinflussen kann. Wenn aber die Jagd nicht oder nicht mehr in der Lage ist, den Wildbestand gemäss den Zielsetzungen des Jagdgesetzes zu regulieren, besteht die Gefahr, dass anderweitige Regulierungsmassnahmen verordnet werden, deren Auswirkungen für die Revierjagd nicht absehbar sind.»

Bei seinem Ziel, die Jagdgesellschaften von der finanziellen Belastung bei Wildschäden zu befreien, habe sich der Vorstand des AJV für ein differenziertes Vorgehen entschieden, erklärte Klöti.

Dazu gehöre die Unterstützung des Verbandes Jagd Solothurn bei einem Musterprozess zum Thema Haftung für Wildschäden. Dieser Prozess wird angestrengt, nachdem sich eine Jagdgesellschaft aus dem Kanton Solothurn mit Rückforderungen von mehr als 40 000 Franken für ein einziges Schadensjahr konfrontiert sieht.

«Umfeld komplexer geworden»

Auch Regierungsrat Attiger ging in seinem Grusswort – in dem er die Wertschätzung für die Leistungen der Jägerschaft hervorhob – auf das Thema Wildschäden ein.

Nach dem «Rekordjahr» 2013 habe sich der Aufwand für Wildschäden im vergangenen Jahr zwar deutlich auf rund 250 000 Franken reduziert, stellte er fest. Man sei auf gutem Wege. Aber es brauche weitere Anstrengungen.

Das Umfeld für die Jagd werde komplexer, sagte Attiger und dankte der Jägerschaft für ihren grossen Einsatz für die Natur und die Tierwelt. 

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