Nach der Annahme der Initiative «Ja zur Mundart im Kindergarten» im Kanton Zürich verspüren auch die Aargauer Dialektfreunde Rückenwind. «Unser Ziel ist es, auch im Kanton Aargau eine solche Volksinitiative zu starten», sagte Grossrat René von den Schweizer Demokraten (SD) auf Anfrage von az. 

Wann genau die Initiative lanciert werden soll, konnte Kunz allerdings noch nicht sagen. Er kann sich aber gut vorstellen, noch in diesem Jahr mit der Unterschriftensammlung zu beginnen.

Kunz hatte im September 2010 mit einem Postulat Mundart-Fördermassnahmen gefordert. Die Aargauer Regierung sah aber keinen Handlungsbedarf, wie sie Anfang Jahr in einer Antwort auf Kunz' Postulat verlauten liess.

Mundart-Gruppe auf Facebook

Der umtriebige SD-Grossrat hat zudem am Montagmittag im sozialen Netzwerk Facebook die Gruppe «Mundart in Aargauer Kindergarten!» gegründet - und nach eigenen Angaben bereits zahlreiche positive Reaktionen erhalten. Mehrere Personen hätten ihm gegenüber signalisiert, bei der Lancierung der Initiative helfen zu wollen, sagte Kunz.

Bei der Aargauer SVP gibt man sich derweil zurückhaltender. Beat Unternährer, SVP-Grossrat und Leiter der Bildungsgruppe der SVP-Fraktion sagte auf Anfrage, man begrüsse zwar das Abstimmungsresultat im Nachbarkanton, wolle die Situation aber zuerst analysieren, bevor man weitere Schritte unternehme.

Im Aargau muss seit dem Jahr 2008 in der Hälfte des Kindergartenunterrichts Standardsprache gesprochen werden.

Initiativen in Zürich und Basel angenommen

Im Kanton Zürich sagte das Stimmvolk am Wochenende Ja zu einer Initiative, die den alleinigen Gebrauch der Mundart im Kindergarten gefordert hatte.

Und ihm Kanton Basel-Stadt wurde am Sonntag sowohl eine Dialekt-Initiative als auch ein Gegenvorschlag zur Initiative angenommen; in der Stichfrage siegte jedoch der Gegenvorschlag. Somit werden für Dialekt und Hochdeutsch nun «gleichwertige Lernziele» im Schulgesetz festgeschrieben. (bau)