Klimaaktion
«Dicke Post» für den Finanzdirektor: Markus Dieth soll die Nationalbank klimafreundlicher machen

Mit einer Velo-Tour durch die Schweiz wollen Klimaaktivisten auf ihren Protest gegen die Schweizerische Nationalbank aufmerksam machen. Diese solle nicht mehr in fossile Energien investieren. Dazu wurde ein Protestbrief beim Aargauer Finanzdirektor hinterlegt.

Philipp Herrgen
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Die Velo-Tour der Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten führte sie auch durch den Aargau (hier vor das Schloss Lenzburg).

Die Velo-Tour der Klimaaktivistinnen und Klimaaktivisten führte sie auch durch den Aargau (hier vor das Schloss Lenzburg).

Zvg

Am siebten Tag kamen sie in den Aargau. Die von Klimaaktivistinnen und -aktivisten organisierte schweizweite Velo-Rundfahrt «Tour de Climat» machte am Freitagnachmittag unter anderem beim Regierungsgebäude in Aarau Halt. Dort habe man «dicke Post» für Finanzdirektor Markus Dieth hinterlegt, wie es in einer Mitteilung heisst.

Dabei gehe es im Kern um die Forderung, die Schweizerische Nationalbank (SNB) dazu zu bewegen, aus fossilen Energien auszusteigen und klimafreundlicher zu werden. Die SNB heize mit Investitionen in fossile Energien die Klimakatastrophe an. Das sei nicht mit dem Pariser Klimaabkommen, das auch die Schweiz unterzeichnet hat, nicht vereinbar. Zudem dürfe die SNB gemäss ihren Richtlinien nicht in Unternehmen investieren, die «systematisch gravierende Umweltschäden verursachen oder grundlegende Menschenrechte massiv verletzen».

Als Vorsteher des Aargauer Finanzdepartements solle Dieth nun seine Mitverantwortung gegenüber der SNB wahrnehmen. So könne er beispielsweise einen Brief an SNB-Präsidenten Thomas Jordan schreiben, wie die Klimaaktivisten vorschlagen. Oder Dieth soll einen Antrag an der nächsten Generalversammlung stellen oder etwa dem Bankrat die Decharge verweigern. «Wir und alle zukünftigen Generationen würden es ihm danken», sagt die Leiterin der «Tour de Climat», Nora Scheel, in der Mitteilung.

Staatsschreiberin Filippi nimmt die Post von Klimaaktivistin Nora Scheel (rechts) entgegen.

Staatsschreiberin Filippi nimmt die Post von Klimaaktivistin Nora Scheel (rechts) entgegen.

zvg

Da Finanzdirektor Markus Dieth die Forderung nicht persönlich entgegennehmen konnte, wurde die «dicke Post» mitsamt einer Briefvorlage an Herrn Jordan stellvertretend an die Aargauer Staatsschreiberin Joana Filippi übergeben.

Die Aktivistinnen und Aktivisten reisten anschliessend weiter zum nächsten Etappenziel Diegten im Kanton Basel-Landschaft. Dort wollen sie am Samstag in Liestal und Basel ebenfalls ihre Forderung deponieren. Laut eigenen Angaben soll die Velorundfahrt «Tour de Climat» zwischen 36 und 39 Tage dauern und durch alle Landesteile der Schweiz führen – mit «Post»-Übergabe an die jeweiligen Finanzdirektoren.

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