Aargau

Keine Fördermassnahmen: Mundart ist kein Schulfach

In der Schule und bereits im Kindergarten ein grosser Teil der Zeit zum Erlernen der Standardsprache, also Hochdeutsch, verwendet wird.

Kein Mundart

In der Schule und bereits im Kindergarten ein grosser Teil der Zeit zum Erlernen der Standardsprache, also Hochdeutsch, verwendet wird.

Die Mundart soll zwar in der Schule durchaus ihren Platz haben. Von einer gezielten Schweizerdeutsch-Kampagne oder gar einem Schulfach Mundart, um dem angeblichen Zerfall der hiesigen Dialekte entgegenzuwirken, will die Regierung aber nichts wissen.

Grossrat René Kunz (SD, Reinach) fordert Mundart-Fördermassnahmen an der Volksschule in einem Postulat. Der Gebrauch der schweizerdeutschen Sprache sei an Schulen und Kindergärten immer mehr zurückgedrängt worden und infolge der starken Zuwanderung aus dem Ausland könne wohl ein grosser Teil der Aargauer Kinder kein richtiges Schweizerdeutsch mehr lernen und anwenden, begründet er den Vorstoss.

Die Regierung winkt ab. Es sei für ihn «wichtig und selbstverständlich», dass die Mundart in der Aargauer Schule ihren Platz hat, so der Regierungsrat. Ja, die Mundart selber solle in der Volksschule zum Unterrichtsgegenstand gemacht werden. Verwiesen wird etwa auf eine Sammlung mit Aargauer Liedern, die in die Liste der empfohlenen Lehrmittel aufgenommen wurde.

Darüber hinaus sieht man aber keinen Handlungsbedarf. Im Rahmen des Schulunterrichts Aargauer Dialekte als eigentliches Fach korrekt zu lernen bzw. zu lehren sei gar nicht möglich. Dazu wäre nämlich eine Standardisierung der Sprache Voraussetzung, und im Aargau gibt es erstens vier Dialektregionen und zweitens gibt es für Dialekte weder eine schriftliche Form noch orthografische Regeln.

So soll es dabei bleiben, dass in der Schule und bereits im Kindergarten ein grosser Teil der Zeit zum Erlernen der Standardsprache, also Hochdeutsch, verwendet wird. (mou)

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