In einer Motion hat die SVP-Fraktion «angemessene Kleidervorschriften» in den staatlichen Schulen des Kantons Aargau verlangt. Die Regierung war bereit, sie entgegen zu nehmen. In der Debatte bekannte Felix Jenni (GLP, Oberwil-Lieli), solche Kleidervorschriften seien eigentlich eine gute Sache. Es könne aber nicht sein, das noch konkret ins Schulgesetz zu schreiben. Es sei Aufgabe von Schulleitungen und Schulpflege, derlei zu regeln.

Namens der FDP signalisierte Titus Meier (Brugg). grossmehrheitlich Zustimmung. Die Ansichten über angemessene Kleidung klafften schon so weit auseinander, dass offenbar nur noch der Gesetzgeber Abhilfe schaffen könne, gab Meier zu bedenken. Das ja erfolge im Wissen um eine schwierige Umsetzung. Kleidervorschriften machen auch für die CVP-BDP durchaus Sinn. Doch diese Parteien verwiesen wie die GLP auf den Vorrang der Gemeindeautonomie. Eine Gesetzesänderung erachteten auch SP-Vertreter als unnötig. Marie-Louise Nussbaumer (SP) zitierte gar Bürgerliche, die immer wieder betonen, wenn es nicht nötig sei, ein Gesetz zu schaffen, sei es nötig, kein Gesetz zu schaffen. Auch die BDP votierte für lokale Lösungen und gegen neue Vorschriften.

Bildungsdirektor Alex Hürzeler entgegnete den Mahnern vor der Gemeindeautonomie, dass sich beim Kanton halt Anfragen zu dieser Thematik häuften. Die Gesellschaft habe sich verändert. Schulleitungen und Schulpflegen wünschten sich immer öfter Vorgaben des Kantons. Die Regierung wäre deshalb bereit, eine Schulgesetzänderung auszuarbeiten und dem Grossen Rat vorzulegen. Der rat entschied indessen anders. Er lehnt die Motion mit 68 : 56 Stimmen ab. (MKU)