Kampfhunde
Kein Kampfhundeverbot im Aargau

Der Grosse Rat hat ein kantonales Hundegesetz mit 67 gegen 50 Stimmen verabschiedet. Das Halten von Kampfhunden soll bewilligungspflichtig werden. Das letzte Wort wird aber das Stimmvolk haben.

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Gericht legt sachliche Gründe für Kampfhundeverbot vor (Symbolbild)

Gericht legt sachliche Gründe für Kampfhundeverbot vor (Symbolbild)

Keystone

Weil das Gesetz nicht das absolute Mehr von 71 Stimmen erreichte, wird es eine Volksabstimmung über das kantonale Hundegesetz geben. Gegen das Gesetz sprachen sich im Grossen Rat FDP und eine Mehrheit der SVP aus, für die Vorlage SP, CVP und Grüne.
Das Aargauer Hundegesetz sieht kein Kampfhundeverbot, aber eine Bewilligungspflicht für das Halten bestimmter Hunderassen vor. Die entsprechende Liste der potenziell gefährlichen Hunde wird vom Regierungsrat zu bestimmen sein. Die Besitzer solcher Hunde müssen einen Erziehungskurs und eine Prüfung ablegen. Im Aargau leben rund 40'000 Hunde. Davon gelten 400 bis 500 als potentiell gefährliche Hunde.

Abgelehnt hat es der Grosse Rat in der Beratung am Dienstag, im öffentlichen Raum eine generelle Leinenpflicht für potenziell gefährliche Hunde zu erlassen. Solche Hunde müssen nur dann zwingend an kurzer Leine gehalten werden, wenn sie von jemand anderem als dem Inhaber mit einer Haltebewilligung ausgeführt werden.

Geltendes Gesetz von 1871

Die zuständige Regierungsrätin Susanne Hochuli (Grüne) setzte sich vehement für das Hundegesetz ein. Das geltende Gesetz aus dem Jahre 1871 sei «nur noch ein Flickwerk». Es sei nicht mehr «zeitgemäss», sagte Hochuli. (sda/mou)