Spitalpflege

Kantonsspital Aarau wird nun fit für billiges Kapital

Das Gelände des Kantonsspitals Aarau ist mit seinen vielen Gebäuden weit verzweigt.

Das Gelände des Kantonsspitals Aarau ist mit seinen vielen Gebäuden weit verzweigt.

Das Kantonsspital Aarau steckt mitten in der Behebung von Platznot und der strategischen Raumplanung. Jetzt werden die Liegenschaften in die Spital-AG einverleibt. Das bringt mehr Freiheit für Investitionen.

Urs Karli, CEO des Kantonsspitals Aarau (KSA), ist «glücklich» darüber, wie die Gebäude und Grundstücke ins Eigentum der Spital-Aktiengesellschaft übertragen werden sollen. Der Regierungsrat schlägt eine Sacheinlage vor, das heisst eine Erhöhung des Eigenkapitals. Ab 2012 sollen die diversen Liegenschaften und das Land im Gesamtwert von 232Mio. Franken nicht mehr dem Kanton, sondern dem KSA gehören.

Kreditwürdigkeit steigt

Weil die Spitalfinanzierung leistungsorientiert ausgerichtet wird, soll «die unternehmerische Freiheit der Spitäler durch eine Ausdehnung der Verfügungsgewalt auf sämtliche Investitionsgüter erhöht werden», schreibt die Regierung in ihrer Botschaft an den Grossen Rat. «Als Eigentümer können wir viel direkter entscheiden und auf die Nachfrage reagieren», sagt auch Karli.

Die Geldbeschaffung bei den Banken werde einfacher: «Dank einem gesunden Verhältnis zwischen Eigen- und Fremdkapital steigt unsere Kreditwürdigkeit.» Dieses liegt heute bei 30 zu 70 Prozent, künftig umgekehrt bei 75 zu 25 Prozent. Das sei, so Karli, «einer derart grossen Unternehmung angemessen». Die Bilanzsumme beträgt rund 500 Millionen.

Eine Knacknuss ist die so genannte Investitionskostenpauschale. Sie ist Teil der Fallpauschale, dem Kern der neuen Spitalfinanzierung: Öffentliche Hand und Krankenversicherer teilen sich künftig den Aufwand pro Patient für bestimmte Diagnosen und Behandlungen inklusive Betriebs- und Investitionskosten.

Finanzierungshilfe des Kantons

Während der Kostenteiler feststeht, sind die absoluten Beträge noch Verhandlungssache. «Politiker und Versicherer gehen von 1000 Franken oder weniger aus», weiss Karli. Das deckt die Anlagekosten des KSA bei weitem nicht. Für Abschreibungen auf Immobilien und medizinischen Geräten sowie Unterhaltskosten gibt das Kantonsspital jährlich fast 60 Mio. Franken aus – oder fast 1700 Franken pro stationären Patient.

Trotz gestärkter Kapitalbasis werde das KSA Finanzierungshilfen des Kantons in Anspruch nehmen müssen, prophezeit Karli. Solche sind im neuen Dekret während einer Übergangszeit vorgesehen. Auf das KSA kommen gewaltige Investitionskosten zu.

Ambulatorium im Bahnhof wird 2012 bezogen

Es platzt angesichts der stark gestiegenen Patienten- und Mitarbeiterzahlen aus allen Nähten. Ein provisorischer Büromodulbau an der Tellstrasse soll diesen Herbst Abhilfe schaffen. Nächstes Frühjahr wird das Ambulatorium im neuen Bahnhofgebäude bezogen. Im Haupthaus 1 ist – unter Betrieb – eine Asbestsanierung im Gang.

Im Mai wird das KSA seine Masterplanung bekannt geben, in der die strategische Ausrichtung und die kantonale Bedarfsermittlung raumplanerisch zusammengeführt werden. Das Investitionsvolumen dürfte sich auf einen hohen dreistelligen Millionenbetrag belaufen.

Es gilt, die Pavillonstruktur mit den vielen Gebäuden auf dem weitläufigen Spitalareal zu optimieren. Spätestens bei einem Um- oder Rückbau von Haus 1 werden weitere Schadstoff-Fundstellen, die heute laut Karli «nicht per se potenziell gesundheitsgefährdend sind», mit Sanierungskosten im zweistelligen Millionenbereich zu Buche schlagen.

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