Abstimmungskampf
Zwei Komitees, ein Ziel: Linke und Bürgerliche weibeln für die Rentenreform

Mit alt-FDP-Ständerätin Christine Egerszegi, SP-Ständerätin Pascale Bruderer und CVP-Nationalrätin Ruth Humbel kämpfen drei der bekanntesten Aargauer Politikerinnen für ein Ja zur Rentenreform.

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Gruppenfoto der Kommitees für die Rentenreform.

Gruppenfoto der Kommitees für die Rentenreform.

HO

In exakt einem Monat entscheidet das Schweizer Stimmvolk über die Rentenreform 2020. Noch bleibt den Befürwortern und Gegnern genug Zeit, die Bevölkerung von ihren Argumenten zu überzeugen. Dies versucht im Aargau eine ungewöhnliche Allianz: Am Mittwoch luden das linke und das bürgerliche Komitee ins Naturama Aarau zur Medienkonferenz, um gemeinsam für die Rentenreform 2020 zu werben.

Den beiden Ja-Komitees gehören Vertreter sämtlicher Parteien ausser FDP und SVP, sowie die Präsidenten des Lehrerverbandes, der Gewerkschaften, aber auch des Bauernverbandes an. An vorderster Front der zwei Komitees kämpfen drei der bekanntesten Politikerinnen, die ihren Kanton in den letzten Jahren auf nationalem Parkett vertraten: alt-FDP-Ständerätin Christine Egerszegi, SP-Ständerätin Pascale Bruderer und CVP-Nationalrätin Ruth Humbel.

«Schon nur die Präsenz dieser Damen unterstreicht die Wichtigkeit unseres Anliegens», sagte CVP-Grossrätin Marianne Binder zu Beginn der Medienkonferenz. Christine Egerszegi pries die AHV-Reform als «ausgewogenen Kompromiss». Einerseits müsse man das Pensionsalter der Frauen auf 65 anheben und den Umwandlungssatz von 6,8 auf 6 Prozent senken, anderseits könne man die drohenden Renten-Ausfälle mit den zusätzlichen 70 Franken AHV-Rente monatlich «möglichst gut kompensieren», erklärte Egerszegi.

SP-Ständerätin Pascale Bruderer hob hervor, dass in den letzten Jahren Teilreformen, Abbau- sowie auch Ausbau-Vorlagen des Rentensystems allesamt an der Urne vom Volk versenkt wurden. Deshalb hege sie grosse Hoffnungen, dass dieser Kompromiss mehrheitsfähig sei und am 24. September eine Chance hat. Bruderer zeigte gleichzeitig kein Verständnis für die Gegenkampagnen aus dem linken Flügel ihrer Partei und von der Rechten. «Sie haben sich zwar darauf geeinigt, mit Pauken und Trompeten etwas zu verhindern und an die Wand zu fahren. Gemeinsam eine solch anspruchsvolle Reform auszuarbeiten, werden sie mit ihren unterschiedlichen Ansichten aber nicht bewerkstelligen können», prophezeite Bruderer.

Schliesslich zählte CVP-Nationalrätin Ruth Humbel auf, was ihrer Ansicht nach die Folgen eines Nein an der Urne wären: «Die Mehrwertsteuer müsste per 2018 um 0,3 Prozent gesenkt werden, der AHV würde eine Milliarde pro Jahr entzogen, der AHV-Fonds wäre ab 2035 leer und die nächste Generation müsste sich mit einem Milliardendefizit herumschlagen.» (nim)