Eiken
Zwei Jubiläen auf einen Schlag: Der Zivilschutz in neuem Licht

Die Aargauer Zivilschützer feiern zwei Jubiläen auf einen Schlag: Zivilschutz Schweiz feierte das 50-Jahr-Jubiläum, währenddem gleichzeitig das kantonale Ausbildungszentrum ZAZ 30 Jahre alt wurde. Regierungsrätin Susanne Hochuli ist begeistert.

Tim Honegger
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Zivilschutz in neuem Licht
10 Bilder
Alltag im Ausbildungszentrum in Eiken
Drei Zivilschützer bohren Löcher in die Betonplatte, um etwa Verschütteten Zugang zu Sauerstoff zu verschaffen
Rund 50 Gäste erschienen zum Doppeljubiläum in Eiken
Etwa bei einem Erdbeben müssen Betonplatten zertrümmert werden, um Verschüttete zu bergen
Zwei Zivilschützer in Ausbildung üben sich im Funken
Eduard Herzog, Leiter des Ausbildungszentrums, erklärt den Ablauf des Abends
Bei der Präsentation flogen so richtig die Funken
Auch das Hochwasser-Szenario will geübt sein

Zivilschutz in neuem Licht

AZ

«Ohne Zivilschutz kein Bevölkerungsschutz», so das klare Fazit von Regierungsrätin Susanne Hochuli.

Gemeinsam mit rund 50 Politikern, Ausbildnern und Gästen feierte sie gestern das 50-Jahr-Jubiläum der Organisation Zivilschutz Schweiz. Gleichzeitig wird das kantonale Ausbildungszentrum ZAZ in Eiken 30-jährig.

Allerwelts-Spezialisten

In ihrer Festansprache räumte Regierungsrätin Hochuli dem Zivilschutz jene Ehre ein, die ihm gebühre. «Wir alle unterschätzten bislang die Bedeutung des Zivilschutzes.»

Es sei höchste Zeit, dies einmal so klar zu sagen, denn: Noch immer geistere in den Köpfen das alte Bild des Zivilschützers umher, der in seiner blauen Uniform Pritschen zusammenzimmert.

«Die Zivilschützer von heute sind Spezialisten bei Grossbränden, Stürmen, Tierseuchen und vielen anderen Katastrophen», lobt Hochuli.

Der Zivilschutz sei einer der fünf essenziellen Pfeiler des Bevölkerungsschutzes – neben Feuerwehr, Polizei, technischen Betrieben und Gesundheitswesen. Falle einer davon aus, leide der gesamte Bevölkerungsschutz. «Der Zivilschutz ist wichtig für das Sicherheitsempfinden im Kanton Aargau», betont Hochuli.

Filmreife Darbietung

Dass all dies keine leeren Phrasen sind, stellten die Zivilschützer direkt unter Beweis. 65 von ihnen befinden sich zurzeit in der Grundausbildung in Eiken und zeigten, was sie in den ersten neun Tagen gelernt haben.

«Wir wollen keine einstudierte Show bieten – alles hier stammt eins zu eins aus dem Alltag», versprach Eduard Herzog, Leiter des ZAZ.

«Action!», befiehlt ein Instruktor in angenehm unmilitärischer Manier. Sogleich donnern Presslufthämmer gegen Beton, Funken fliegen herum und die Wasserpumpen spritzen Fontänen in die Höhe. Die Zivilschützer werden auf alle erdenklichen Fälle vorbereitet: von verschütteten Schulhäusern bis hin zum Hochwasser.

Die Krux an der Sache: Ihre Fähigkeiten werden in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. «Leider glauben viele Leute noch an das alte Bild des Zivilschutzes», beklagt Herzog.

«Aber die Jungen hier sind motiviert und äusserst lernfähig.» Im Jahr 2004 gab es in der Ausbildung eine 180-Grad-Wende. «Seither ist der Zivilschutz eine höchst professionelle Organisation.»

Letztes Jahr durchliefen 1050 Zivilschützer das Ausbildungsprogramm in Eiken – sowohl in der Grund- als auch in der Kaderausbildung.

«Besonders in einem Kanton wie dem Aargau braucht es viel Personal. Wir haben hier eine Fülle an Katastrophenquellen: grosse Flüsse, drei AKW und ein dichtes Strassennetz», so Herzog.

Er fordert, dass der Verbund vermehrt geschult werden solle. Konkret heisst das: Es sollte nicht so lange gezögert werden, bevor der Zivilschutz aufgeboten wird.

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