Angesteckt

Zwei Coronavirus-Fälle in Aargauer Asylunterkünften – ein Flüchtling liegt im Spital

Ein Bewohner der Asylunterkunft im ehemaligen Schwesternhaus an der Südallee 22 ist mit dem Coronavirus infiziert worden. (Archivbild)

Ein Bewohner der Asylunterkunft im ehemaligen Schwesternhaus an der Südallee 22 ist mit dem Coronavirus infiziert worden. (Archivbild)

Zwei Flüchtlinge, die in kantonalen Unterkünften wohnen, haben sich mit dem Coronavirus angesteckt. Eine betroffene Person ist im Spital, die andere wird in der Unterkunft isoliert.

Ein Bewohner der kantonalen Asylunterkunft in Suhr ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Jelena Teuscher, die Sprecherin des Departements Gesundheit und Soziales, bestätigt entsprechende Informationen der AZ. Der Mann wird zurzeit im Spital behandelt.

Zudem hat sich eine weitere Person in einer anderen Unterkunft angesteckt. Diese sei jedoch nicht im Spital, sondern innerhalb der Unterkunft in einem Isolationszimmer unter Quarantäne, sagt Teuscher. Es gehe dem Mann den Umständen entsprechend gut, er habe Grippesymptome.

Wer Grippesymptome hat, wird verlegt

Regierungsrat Jean-Pierre Gallati sprach am Dienstag im «TalkTäglich» auf Tele M1 von mehreren Flüchtlingen mit Grippesymptomen, bei denen noch unklar sei, ob sie sich mit dem Coronavirus angesteckt haben oder nicht. Sein Departement sorge jetzt dafür, dass diese Personen möglichst schnell an einen geeigneten Ort verlegt werden, wo eine Quarantäne- oder Isolationssituation möglich ist.

Die Asylunterkunft in Suhr befindet sich im ehemaligen Schwesternhaus des Kantonsspitals Aarau, einem mehrstöckigen Gebäude. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die auf dem gleichen Stockwerk wie die erkrankte Person wohnen, seien angehalten, auf ihrer Etage zu bleiben und den Kontakt zu den Mitbewohnern zu meiden, sagt Teuscher. Auch jene in den nicht betroffenen Stockwerken sollen möglichst wenig Kontakt zu anderen Bewohnern pflegen und sich strikt an die Hygiene- und Verhaltensregeln halten.

Bewohner macht sich Sorgen

In der Unterkunft in Suhr wohnen vor allem verletzliche und ältere Personen. Einer von ihnen ist der 71-jährige Rfaat Abdul Daiem aus Syrien. Letzte Woche erzählte er der AZ, dass er sich wegen des Coronavirus Sorgen mache, weil auf seinem Stock auch Familien mit Kindern lebten und sie sich WC, Bad und die Küche teilten.

Jelena Teuscher sagt, das Betreuungsteam in Suhr sei vor kurzem mit einer Gesundheitsfachfrau verstärkt worden. «Das Hauptaugenmerk der Betreuung vor Ort liegt bei dieser Risikogruppe.»

Umplatzierungen von Personen mit einem erhöhten Risiko seien zurzeit jedoch keine vorgesehen. «Der Kantonale Sozialdienst geht davon aus, dass der Schutz vor einer Ansteckung in einer anderen Unterkunft nicht grösser ist.»

Netzwerk Asyl: «Es braucht mehr Wohnraum»

Der Verein Netzwerk Asyl Aargau hat sich letzte Woche in einem offenen Brief mit Forderungen an alle fünf Regierungsräte gewandt. Der Verein verlangte vom Regierungsrat unter anderem, dass für die Geflüchteten im Aargau mehr Wohnraum zur Verfügung gestellt wird, damit Personen besser vor einer drohenden Ansteckung geschützt werden können. Abstand halten ist in den Unterkünften nämlich kaum möglich.

In seinem Antwortschreiben an das Netzwerk Asyl, das der AZ vorliegt, hält Regierungsrat Gallati fest, dass die Prioriät bei den aktuellen Massnahmen bei der umfassenden Information aller Bewohnerinnen und Bewohner zu den geltenden Hygiene- und Verhaltensregeln lägen. Ausserdem werde allen Flüssigseife abgegeben und genügend Reinigungsmittel bereitgestellt.

Gallati schreibt, dass ein grosser Teil der Personen, die zur Risikogruppe gehörten, in einer Unterkunft platziert sei, die enger betreut werde. Es ist die Unterkunft in Suhr, wo sich eine Person mit dem Virus angesteckt hat und nun im Spital ist.

Meistgesehen

Artboard 1