Frauenhaus
Zusätzliches Gebäude: Stiftung sucht Spender

Im Frauenhaus Aargau-Solothurn ist einiges in Bewegung: Durch einen glücklichen Zufall konnte die Stiftung ein Nachbargebäude erwerben. Da damit der Betrieb optimiert werden kann, brauchen die Verantwortlichen neue Gelder.

Mario Fuchs
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Im Frauenhaus Aargau-Solothurn finden weibliche Opfer von häuslicher Gewalt Unterschlupf. Ins Büro darf nur das Personal.

Im Frauenhaus Aargau-Solothurn finden weibliche Opfer von häuslicher Gewalt Unterschlupf. Ins Büro darf nur das Personal.

Sandra Ardizzone

Trägerschaft des Frauenhauses ist die Stiftung Frauenhaus Aargau-Solothurn, die auch die Sozialpädagogische Wohngruppe Chleematt betreibt. Die Stiftung hat von den Kantonen Aargau und Solothurn einen Leistungsauftrag. Über diesen sowie über Spenden von Gemeinden, Kirchgemeinden, Institutionen, Stiftungen und Privatpersonen wird der Betrieb im Frauenhaus finanziert. Jede Person kann sich – auch anonym – Tag und Nacht beraten lassen.

Eindrücke aus dem Frauenhaus Aargau Solothurn
59 Bilder
Heute sagt sie: «Es ist nicht in Worte zu fassen, wie sehr ich dem Frauenhaus dankbar bin.»
Dunya im Garten.
Wo das Frauenhaus Aargau Solothurn steht, ist geheim.
Kein rachsüchtiger Mann soll seine Frau oder Ex-Frau hier finden.
Wer ins Frauenhaus aufgenommen werden will, ruft die Nummer 062 823 86 00 an. Dann steht zuerst eine telefonische Beratung an.
Nur das Personal darf ins Büro.
Im Frauenhaus haben die Frauen Zeit, gesund kochen zu lernen.
Die Küche ist hell und modern.
Eine Klientin (Bewohnerin) bereitet das Mittagessen vor.
Zu Hause sind viele Frauen zu stark unter Druck, um richtig zu kochen.
Die Betreuerinnen planen die Mahlzeiten. Die Klientinnen kaufen ein und kochen.
Die Einkaufsliste.
Im Spielzimmer kümmern sich Betreuerinnen um die Kinder.
Blick in das Spielzimmer.
Züsi Born leitet das Frauenhaus.
Zeichnung mit Fensterfarbe.
Kinderwagen, Trottinett, Schneeschaufel: Das Frauenhaus ist gut ausgerüstet.
Viele Frauen sind nach dem Austritt unendlich dankbar und schicken Dankeskarten an das Frauenhaus.
Viele Kinder schenken den Betreuerinnen zum Abschied Zeichnungen.
Ihr eigenes Handy müssen die Frauen beim Eintritt abgeben. Zu gross ist die Gefahr, geortet zu werden.
Als Ersatz erhalten die Frauen ein einfaches Handy mit neuer Nummer, aber ohne Internetzugang.
Das eigene Smartphone darf nicht benutzt werden.
An diesem Computer dürfen die Frauen nach Jobs und Wohnungen suchen oder Mails abrufen.
Soziale Medien sind hingegen tabu.
Viele Kinderkunstwerke zieren das Frauenhaus.
Im Garten steht ein Töggelikasten.
Gewisse Frauen dürfen nur in den Garten, nicht aber auf die Strasse. Sie könnten auf ihren Peiniger treffen.
Die Kinder dürfen sich im Spielzimmer Spielsachen ausleihen. Mit Lego und Duplo verarbeiten sie teilweise ihre Traumata.
Bücher und Spiele helfen ebenso bei der Verarbeitung verstörender Erlebnisse. Diese Bilderbücher thematisieren häusliche Gewalt.
Blick in ein Badezimmer.
Der Eingangsbereich.
Hier geht es zum Spielzimmer.
Für ältere Kinder gibt es den Jugendraum.
Auch eine kleine Bibliothek steht zur Verfügung.
«Meine Probleme weiss ich und meine Beraterin. Sonst niemand», sagt Hana (Name geändert), eine ehemalige Bewohnerin des Frauenhauses.
Damit der Garten von aussen nicht zu sehen ist, ist das Gelände umzäunt.
Gartenstühle zum Verweilen.
Eine Klientin telefoniert im Garten.
Das Telefon ist ein wichtiger Anker für die Frauen – ihr Bezug zur Aussenwelt.
Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden sind, finden im Frauenhaus Unterschlupf.
Aufklärungsbmaterial zu Themen wie Sexualität liegt in mehreren Sprachen vor.
Eine Klientin richtet ihr Bett.
Auch der Aufenthaltsraum und Esssaal ist bunt eingerichtet.
Eine Klientin im Aufenthaltsraum und Esssaal.
Blick in ein Zimmer.
Jede Klientin erhält ihr eigenes Zimmer.
Weitere Impressionen aus dem Frauenhaus Aargau Solothurn.

Eindrücke aus dem Frauenhaus Aargau Solothurn

Sandra Ardizzone

Unabhängig vom Alter, davon, ob selber betroffen oder auf der Suche nach Hilfe für eine Freundin, eine Verwandte oder Bekannte. Auch die Polizei oder Fachstellen wenden sich ans Frauenhaus. Die Aufnahme ist nicht daran gebunden, dass die Frau Anzeige erstattet.

Durch einen glücklichen Zufall konnte die Stiftung im Februar eine zusätzliche Liegenschaft in unmittelbarer Nähe des bisherigen Frauenhauses übernehmen. «Die Finanzierung des Hauskaufs konnte durch ein Legat gesichert werden», erklärt die Geschäftsführerin der Stiftung, Züsi Born. Da das Frauenhaus seit einigen Jahren unter akutem Platzmangel leide – die Akten der Klientinnen stehen in der Personalküche, Beratungsgespräche finden mitunter im Treppenhaus statt – habe der Stiftungsrat entschieden, die neue Liegenschaft für den Betrieb zu nutzen. Züsi Born: «Um den Bedürfnissen unserer Klientel Rechnung zu tragen, werden bauliche und organisatorische Anpassungen nötig.»

Zahl der Notfallplätze wird erhöht

Konkret ist Folgendes geplant: Die Zahl der Zimmer wird «nur» von 12 auf 14 erhöht, die Anzahl der Betten steigt damit von 25 auf 29. Damit nähern sich die beiden Trägerkantone der Anzahl Notfallplätze an, die sie gemessen an der Bevölkerungszahl zur Verfügung stellen sollten. Dafür erhalten die Kinder einen grossen Innenraum, in dem sie auch bei schlechtem Wetter spielen können. Die minderjährigen jungen Frauen bekommen überdies ein eigenes Stockwerk im Haus. Es wird künftig mehr Gemeinschaftsräume geben (vier Küchen statt bisher eine; vier Wohnzimmer statt eines). Die Räume, die für Beratungen und Büroarbeiten zur Verfügung stehen, werden optimiert. Stiftungs-Geschäftsführerin Born: «Damit nicht nur das Allernötigste umgebaut, sondern die Innen- und Aussenräume auch freundlich und funktional eingerichtet und ausgerüstet werden können, sind wir auf Spenden angewiesen.»
Veränderungen gibt es gleichzeitig auch im Betrieb: Per 1. Juli haben Claudia Hauser, langjährige Leiterin des Frauenhauses Zürich Oberland, und Bahare Rahimi, bisherige stellvertretende Leiterin, die Leitung übernommen. Ihre erste Aufgabe wird sein, die Finanzierung des Ausbaus und die Anpassung der Organisation zu sichern.

Spenden können an die Stiftung Frauenhaus AG-SO, Postkonto 50-70380-8, gerichtet werden.