Wasserschloss
Zur Wandersaison plant der Kanton einen Wasser-Erlebnispfad

Der Kanton Aargau möchte aus dem Wasserschloss eine Touristenattraktion machen. Eine Smartphone-App soll Touristen durch den neuen Erlebnispfad führen.

Daniel Vizentini
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Die beschauliche Natur am Wasserschloss zieht bereits viele Menschen an. Bald soll das Gebiet neue Attraktionen erhalten.Walter Schwager

Die beschauliche Natur am Wasserschloss zieht bereits viele Menschen an. Bald soll das Gebiet neue Attraktionen erhalten.Walter Schwager

Nachdem vor zwei Jahren das Projekt «Naturerlebnispark Wasserschloss» an den strengen Auflagen des Bundes gescheitert ist, nimmt der Kanton nun einen neuen Anlauf. Geplant ist ein Wasser-Erlebnispfad – ein Themenweg, der von Brugg aus «drei mal über sieben Brücken» in das Auengebiet beim Zusammenschluss von Aare, Reuss und Limmat führen soll.

Gemäss Meinrad Bärtschi von der Abteilung Landschaft und Gewässer des Departements Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) stehe das Projekt in den Startlöchern. Bisher habe er nur mit den Ammännern von Brugg und Windisch darüber gesprochen. Das «Regionaljournal Aargau-Solothurn» von Radio DRS brachte das Vorhaben gestern an die Öffentlichkeit.

«Wir unterbreiten den Wasserschloss-Gemeinden demnächst einen Vorschlag für einen Themenweg», sagt Bärtschi. Konkret gehe es um einen Rundgang durch Naturschutzzonen wie den Limmatspitz und Naturerlebniszonen wie den neuen Spielplatz an der Mülimatt. Man gedenke auch, neue Erlebniszonen für Kinder oder allenfalls eine neue Brücke für Fussgänger oder Velofahrer zu bauen. «Es gibt Stellen am Wasserschloss, die man aufwerten könnte», sagt er.

Sie setzen auf moderne Medien

Für einen Rundgang durch den neuen Erlebnispfad sollen die Besucher auf moderne Medien zurückgreifen: Über eine App sollen Informationen zum Themenweg auf ein Mobiltelefon heruntergeladen werden können. Daneben werden auch gewöhnliche Prospekte aufliegen. «Vielleicht möchten die Gemeinden etwas anderes machen, das werden wir nun anschauen», sagt Bärtschi.

Für Daniel Moser, Stadtammann von Brugg, müsse man sowieso zuerst alle Gemeinden informieren, bevor man mehr sagen könne. «Es wäre falsch, wenn ich jetzt etwas sage, was nicht einmal meine Kollegen in Brugg wissen», sagt er. Grundsätzlich sei er zum Vorhaben positiv eingestellt. «Wir befinden uns in einer neuen Phase, da es nun kein Bundesprojekt mehr ist.»

Roger Haudenschild von der Vereinigung Pro Wasserschloss hat vom Vorhaben des Kantons gestern im Radio erfahren. «Ich war am früheren Projekt beteiligt und finde es hervorragend, dass die Idee jetzt wieder aufgegriffen wird. Das Gebiet hat das verdient», sagt er.

Die Natur erleide keine Schäden

Das die Natur durch grössere Touristenaufmärsche zu Schaden kommen könnte, befürchtet Haudenschild nicht. Im Gegenteil: «Durch einen solchen Pfad kann man die Menschenströme besser führen.» Zudem «brauche die Natur den Menschen, der daran teilnimmt», sagt er. Auch die geschätzten 2000 Personen, die am nationalen Wandertag im September ans Wasserschloss pilgern werden, würden keine Bedrohung für das Gebiet darstellen. «Wenn diese 2000 Personen wiederkommen – einfach nicht am selben Tag – dann ist das kein Problem.» Für Meinrad Bärtschi vom Kanton entlaste eine gezielte Lenkung der Besucher durch den Pfad die Naturschutzzonen oder die Gebiete, in denen die Biber leben.