Erwachsenenbildung

Zunehmend an Bedeutung verloren: Aargauer Dachverband löst sich auf

Checkübergabe in Aarau (v.l.): Markus Schumacher, Bernhard Grämiger (Direktor SVEB), Vreni Casagrande, Ines Walter Grimm

Checkübergabe in Aarau (v.l.): Markus Schumacher, Bernhard Grämiger (Direktor SVEB), Vreni Casagrande, Ines Walter Grimm

Der kantonale Dachverband für die Erwachsenenbildung löst sich nach über 40 Jahren auf. Der Verband hat in seiner Form zunehmend an Wichtigkeit verloren. Auch konnten Stellen an der Vereinsspitze nicht mehr besetzt werden.

Die Interessengemeinschaft Erwachsenenbildung (Igeb) löst sich per Ende Jahr auf. Das Vereinsvermögen in der Höhe von 10'000 Franken wurde dem Schweizerischen Verband für Erwachsenenbildung übergeben.

Die Igeb war 1978 gegründet worden. Gedacht als Interessenvertretung und Vermittler von Weiterbildungen für alle Organisationen im Aargau, die Erwachsenenbildung anboten, wurde die Igeb durch das Kuratorium mitfinanziert. Ein Ziel der Igeb war es, ein Kompetenzzentrum für Weiterbildung im Aargau zu schaffen.

Das Kompetenzzentrum hätte auch die Qualitätssicherung für die angeschlossenen Institutionen sichergestellt. «Doch dieses Ziel war zu ambitioniert, da die in der Igeb organisierten Institutionen zu unterschiedlich waren», sagt Igeb-Präsident Markus Schumacher rückblickend.

Zur besten Zeit gehörten der Igeb über 30 Institutionen und Organisationen an, so etwa die Pro Senectute, die Migros-Klubschulen oder die Volkshochschulen.

2008 beschloss die Interessengemeinschaft auf eine weitere Unterstützung durch den Kanton zu verzichten, da der Kanton die Unterstützung vom Abschluss eines Leistungsvertrages abhängig machen wollte. In der Folge beschränkte sich die Tätigkeit der Igeb auf Netzwerkanlässe und Weiterbildungsangebote für Kursleitende.

Durch das 2017 in Kraft getretene Weiterbildungsgesetz werden einzelne Institutionen der Igeb gefördert, andere hingegen nicht. Da sich die Mitglieder der Igeb vermehrt mit ähnlichen Institutionen oder auf nationaler Ebene vernetzten, ging die Bedeutung und die Notwendigkeit einer kantonalen Interessengemeinschaft immer mehr zurück.

«Die Interessen und Bedürfnisse waren so heterogen, dass es schwierig war, ein attraktives Angebot für alle zu finden», sagt Markus Schumacher. Zudem war es nicht mehr möglich, die abtretenden Vorstandsmitglieder zu ersetzen. Die logische Konsequenz: Die Interessengemeinschaft löst sich nun auf. Das ändere aber nichts an der Bedeutung der Weiterbildung für die Gesellschaft sagte Schumacher. (jm)

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