Volksabstimmung

Zum «No Billag»-Ja fehlten in Hallwil nur 9 Stimmen – wo das Resultat im Aargau am deutlichsten ausfiel

Gemeinde mit meisten Billag-Gegnern

Gemeinde mit meisten Billag-Gegnern

Gerade einmal 9 Stimmen wählten in Halwil für die Abschaffung der Radio- und Fernsehgebühren. Auch in Solothurn fiel die Abstimmung äusserst knapp aus.

Die «No Billag»-Initiative wurde vom Schweizer Stimmvolk abgeschmettert. In mehreren Aargauer Gemeinden fiel das Resultat allerdings recht knapp aus.

«No Billag» wurde am Wochenende beerdigt. In der gesamten Schweiz sagte nur 28,4 Prozent der Stimmbevölkerung Ja zur Initiative. Im Kanton Aargau waren es ein bisschen mehr; immerhin 32,19 Prozent waren für die Abschaffung der Billag-Gebühren.

Innerhalb des Kantons Aargau gab es deutliche Unterschiede: In Hallwil im Bezirk Lenzburg waren 48,50 Prozent der Stimmbürger für die Initiative. 146 Stimmberechtigte stimmten Ja, 155 stimmten Nein. Damit fehlten in Hallwil nur neun Stimmen zum Ja.

Für den parteilosen Gemeindeammann Walter Gloor ist das ein Zufall. «Hallwil stimmt regelmässig anders ab als andere Gemeinden». Im Dorf (fast 900 Einwohner) habe er keine grossen Diskussionen zum Thema «No Billag» wahrgenommen. Selber habe er ein Ja in die Urne gelegt, erklärt Gloor offen. «Im Wissen, dass die Initiative abgelehnt wird.»

Ennetbaden lehnte «No Billag» am deutlichsten ab 

Der Gegenpol zu Hallwil ist Ennetbaden. Dort waren deutlich weniger Stimmberechtigte für die Initiative: 18,27 Prozent stimmten für «No Billag». 266 legten ein Ja in die Urne, 1190 ein Nein. Selbst davon war Gemeindeschreiber Anton Laube noch überrascht. «18,27 Prozent Ja? Waren das wirklich so viele?» So die die Reaktion auf die Nachfrage der AZ. Er warf gleich selber nochmals einen Blick in seine Unterlagen, um sich von der Zahl zu überzeugen.

Das im Aargauer Vergleich deutliche Nein erklärt Laube damit, «dass Ennetbaden eher links-grün geprägt ist». Der Bildungsstand in der Gemeinde sei hoch, die meisten Einwohner weltoffen und liberal eingestellt. «Besonders aktiv diskutiert wurde die Initiative im Vorfeld der Abstimmung aber nicht», so Laubes Einschätzung.

Ennetbaden hat schon bei den beiden Abstimmungsvorgaben «Altersvorsorge 2020» und «Mehrwertsteuer-Prozent» im letzten Herbst anders abgestimmt als der Grossteil der Aargauer Gemeinden.  

Während der Kanton die Vorlagen für eine Rentenreform mit 57% und 54% ablehnte, stimmte Ennetbaden mit 61% dafür. 

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