Aarburg

Zukunft der Festung: Wird das Jugendheim bald ausgelagert?

Das Jugendheim nimmt seinen Auftrag unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich wahr.

Das Jugendheim nimmt seinen Auftrag unter den gegebenen Bedingungen bestmöglich wahr.

Die Evaluation zeigt, dass das Jugendheim Aarburg gut aufgestellt ist, jedoch ein Neubau geprüft werden sollte.

Die Evaluation der Firma econcept AG zeigt, dass das Jugendheim Aarburg (JHA) heute seinen Auftrag unter den gegebenen Rahmenbedingungen bestmöglich wahrnimmt. Weiter wurde die Festungsanlage optimal ihrem Zweck angepasst, nämlich dem Schutz der Jugendlichen vor weiteren Delikten oder anderen Gefahren.

Das JHA könne somit am heutigen Standort, wo es Platz für 43 Jugendliche hat, bis auf weiteres weitergeführt werden. Parallel dazu hat die Evaluation die Realisierung eines Neubaus vorgeschlagen, den sie als bestes Zukunftsszenario festhält.

Therapieangebot durch Systemtherapien ausweiten

Bis Mitte 2020 will das Departement Volkswirtschaft und Inneres mit Vertretungen der Departemente Bildung, Kultur und Sport sowie Finanzen und Ressourcen diesen und weitere Punkte diskutieren. Dabei sollen insbesondere die Evaluationsergebnisse aus Sicht der Denkmalpflege und der Immobilien Aargau besprochen werden.

Bei einer allfälligen Auslagerung des Jugendheims prüft die Kommission eine alternative Nutzung der Festung und die damit verbundenen Kosten. Daneben stellt sie sich der Frage, ob es möglich ist, auf der Festung eine langfristige und wirtschaftlich tragfähige Lösung zu schaffen, die den Sicherheitsanforderungen und dem Bedarf der Zuweisungsbehörden entspricht.

Nebst dem Neubau schlägt die Evaluation nämlich auch Optimierungen im Angebot vor. So ist der Bedarf nach Plätzen in der geschlossenen Wohngruppe und der Schulabschluss- und Berufsvorbereitungsgruppe auch künftig unverändert hoch. Die Anzahl Plätze beziehungsweise deren Verteilung auf die Wohngruppen sei daher zu überprüfen. Auch das Therapieangebot sei mittel- bis langfristig insbesondere durch Systemtherapien, bei denen auch Familienangehörige teilnehmen, auszuweiten.

Familienangehörige bei Therapien einbeziehen

Der Anteil von strafrechtlich Eingewiesenen ist laut Hans Peter Fricker, Generalsekretär des Departements Volkswirtschaft und Inneres, zurückgegangen. Den grössten Anteil machten die vom Familiengericht Eingewiesenen. «Hier macht es Sinn, dass bei den Therapien auch die Familienangehörigen einbezogen werden», so Hans Peter Fricker. Das wurde bisher in der JHA nicht gemacht.

Weiteren Nachholbedarf sieht die Evaluation bei der Prävention und den Interventionskonzepten bei bestehenden Risiken wie Brand, körperliche Übergriffe und Suizid. Am herkömmlichen Standort seien organisatorische und personelle Massnahmen zu treffen, damit eine rasche Intervention im Notfall möglich ist. Mit den Optimierungen sinken die genannten Gefahren auf ein kleinstmögliches Restrisiko. Wie es in der Evaluation heisst, sei die Reduktion dieser infrastrukturbedingten Risiken in der Festung jedoch nur bedingt möglich. (kpe)

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