Garten

Zürcher entdecken grüne Paradiese im Aargau

Es passt nicht ganz zur Jahreszeit, doch die Zeitschrift «Herbarella», die normalerweise über die schönsten Gartenregionen Europas berichtet, widmet ihre aktuelle Ausgabe allein den Aargauer Gärten. Ein Heft, das vom Frühling träumen lässt.

Sattes Grün und prächtig blühende Rosen im Winter? Nein, das Garten- und Lifestylemagazin «Herbarella» passt nicht zur Jahreszeit. Doch weil es nur viermal im Jahr erscheint und im Winter wenig wächst, bringt es eben auch jetzt blühende Gärten in die trüben Tage. Verträumte Landhausgärten im englischen Stil, prachtvolle Schlossgärten wie in Frankreich und vor allem Rosen in den schönsten Formen und Farben, mit den wohlriechendsten Düften und adeligen, märchenhaften Namen. All diese Pracht fanden die reisenden Gartenautoren und Magazinmacher Simone Quast und Gianni Bombèn für einmal nicht in Frankreich, England, Italien oder Portugal, sondern im Aargau.

Von Bremgarten bis Kaisten entdeckten die beiden Herausgeber des Gartenmagazins «Herbarella» «wahre Garten- und Kulturschätze». Dabei wurden sie von ihrer Leserschaft in den Aargau gelockt, die von der Schönheit der hiesigen Gärten schwärmte. «Auf unserer Recherchereise im Frühsommer 2015 lernten wir den Aargau erstmals näher kennen. Wir waren begeistert von der gärtnerischen Vielfalt und den schönen Landschaften. Wir fanden grossartig komponierte Privatgärten, die es in ihrer gestalterischen Qualität ohne Zweifel mit privaten Anlagen in Frankreich oder England aufnehmen können», beschreibt Verleger und Fotograf Gianni Bombèn. «Dieser Reichtum hat uns dazu motiviert, dem Aargau eine gesamte Magazinausgabe zu widmen.»

Lebensqualität in Grün

Auf den Fotos, die den Betrachter besonders jetzt, in der grauen Winterzeit, den Frühling herbeisehnen lassen, sind aussergewöhnlich prächtige Gärten zu sehen. Die Villa Boveri in Baden, der Bruno-Weber-Park in Spreitenbach und die Rosenzüchterei Rosen Huber AG in Dottikon dürfen natürlich nicht fehlen. «Mit dem Nutz- und Lustgarten der Schlossdomäne Wildegg besitzt der Kanton Aargau ein gartenhistorisches Juwel ersten Ranges», ergänzen die Macher des Hochglanzmagazins. Aber auch der private Rosengarten von Rosmarie Schatzmann beim Schloss Wildegg, die romantische grüne Inspirationsquelle der Künstlerin Helena Dutoit in Hirschthal, der elegante Englische Garten von Familie Lützelschwab auf dem Kaistenberg oder das Schmetterlingsparadies von Hans Massler und Yvonne Biri auf dem Bözberg laden zum Träumen ein. «Im Aargau ist Gartenkultur zu Hause. Der Kanton zählt zu den interessantesten Gartenregionen der Schweiz.»

Doch heben sich die Aargauer Gärten tatsächlich von denen in den anderen Kantonen ab? «Auf jeden Fall», bekräftigt Gianni Bombèn. «Die vielen attraktiven Kleinstädte im Aargau bieten eine Lebensqualität, die den Menschen noch Luft zum Atmen lässt. Im Aargau nehmen sich die Gärtnerinnen und Gärtner noch Zeit für ihre Leidenschaft. Pflanzenvielfalt, Artenschutz und schonende Bewirtschaftung werden grossgeschrieben.» In den aussergewöhnlich schönen Rosengärten wachsen so viele Liebhabersorten, dass man mit den klingenden Namen ganze Bücher füllen könnte, berichtet er voller Bewunderung. «Nicht zuletzt sorgen die Juraausläufer an vielen Orten für ein besonderes Mikroklima und gute Gartenböden.»

Rezepte gegen das Heimweh

Neben aussergewöhnlichen Gärten spürten die Autoren auch regional verwurzelte Museen auf, so etwa das Strohmuseum in Wohlen oder das Schloss Wildenstein, das 2016 erstmals seine Tore fürs Publikum öffnen wird. «Wir wollten ein Magazin kreieren, das wir selber am Kiosk kaufen würden», sagt Bombèn. Darum gehören zu den weiteren Themen des Magazins, das sich seit 2007 der Schönheit der europäischen Gärten widmet, auch Kunst und Design sowie empfehlenswerte Restaurants und Übernachtungsmöglichkeiten. Heimwehaargauer finden zudem typische Kochrezepte auf den 112 Seiten des Magazins: Neben den berühmten «Spanisch Brötli», welche die streng reformierten Zürcher schon im 18. Jahrhundert im lebenslustigen Baden genossen, gibt es herbstliches Rindsragout sowie Rüebli-Madeleines aus dem Rüeblikanton als Rezepte zum Nachkochen und -backen.

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