Kommentar

Zu viele Pestizide im Trinkwasser: Es braucht Klarheit

In Sachen Trinkwasser muss Klarheit geschaffen werden.

In Sachen Trinkwasser muss Klarheit geschaffen werden.

In letzter Zeit ist das Image des Schweizer Trinkwassers nicht mehr so gut wie auch schon. Schuld daran sind Chlorothalonil und andere Pestizide in Wasserfassungen. Es wäre am Bundesrat gelegen, Klarheit zu schaffen.

Wasser im Laden zu kaufen, ist in der Schweiz eigentlich unnötig: «Hahnenburger» ist überall verfügbar. Es gibt unter www.hahnenburger.ch sogar eine Website, auf der Gesundheits-förderung Schweiz für das Trinkwasser direkt vom Hahn wirbt. «Es ist der beste Durstlöscher und als Alltagsgetränk weit verbreitet», heisst es dort.

In den letzten Monaten hat das Image des «Hahnenburger» allerdings gelitten. Grund sind Meldungen über Pestizide in Wasserfassungen, insbesondere zu hohe Chlorothalonil-Werte
im Trinkwasser. Das Pflanzenschutzmittel, das bisher als unbedenklich galt, wurde in der EU verboten und vom Bundesrat als möglicherweise gesundheitsgefährdend eingestuft.

Verboten hat der Bund das Mittel bisher aber nicht – das führt im Aargau zu grosser Verunsicherung, politischen Maximalforderungen und Alleingängen von Behörden. Der Kanton weigert sich, Resultate von Wasseruntersuchungen zu publizieren. Grünen-Grossrat Hansjörg Wittwer will ein vollständiges Spritzverbot rund um Wasserfassungen. Der Gemeinderat von Rietheim hat den Bauern den Einsatz von Chlorothalonil verboten.

Zudem geraten die Bauern ins Visier, obwohl sie sich an die geltenden Vorschriften halten. Mit dem Finger auf die Landwirte zu zeigen, ist deshalb falsch. Es wäre am Bundesrat, mit
einem Chlorothalonil-Verbot für Klarheit zu sorgen – damit wir weiterhin «Hahnenburger» geniessen können.

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