Rothrist

Zu bekifft für Unterricht – Aargauer Schule handelt

Gespannt verfolgen die Schülerinnen und Schüler der Rothrister Oberstufe die Ausführungen der Regionalpolizistin.

Gespannt verfolgen die Schülerinnen und Schüler der Rothrister Oberstufe die Ausführungen der Regionalpolizistin.

Die Oberstufe Rothrist hat spontan einen Präventionsanlass durchgeführt, weil Schülerinnen und Schüler mit Drogen in Kontakt kamen.

Ein Brief lässt in Rothrist derzeit die Eltern aufhorchen. Wie die Stufenschulleitung der Oberstufe Erziehungsberechtigten gewisser Klassen schriftlich mitteilt, sei diesen Dienstag spontan ein Präventions-Unterricht zum Thema «Sucht- und Betäubungsmittel» in Zusammenarbeit mit der Regionalpolizei Zofingen durchgeführt worden. Wie es im proaktiven Schreiben heisst, musste sich die Oberstufe in diesem Schuljahr mit einigen Fällen beschäftigen, in denen Schülerinnen und Schüler mit Sucht- und/oder Betäubungsmitteln in Kontakt kamen. «Vereinzelt ist dabei auch die Polizei involviert», heisst es.

In der 10-Uhr-Pause Joint geraucht

Laut Jürg Kalberer, Co-Gesamtschulleiter, habe es auf dem Schulgelände der Oberstufe Rothrist einen Fall gegeben, bei dem Drogen, in diesem Fall Cannabis, im Spiel waren. Konkret sei ein Schüler an einem Morgen im letzten September nach der 10-Uhr-Pause nicht mehr unterrichtsfähig gewesen, so Kalberer. Auf gut Deutsch: Er war zu bekifft, um dem Unterricht weiter zu folgen. Vermutlich habe der Jugendliche in der Pause in einer nicht gut einsehbaren Ecke des Pausenplatzes einen Joint geraucht. «Aus diesem Grund haben wir den Schüler nach Hause geschickt und diesen Teil des Pausenplatzes gesperrt.»

Die anderen angetönten Fälle haben gemäss Kalberer nicht auf dem Schulgelände stattgefunden, sondern in der Freizeit der Jugendlichen. Es soll aber auch auf dem Schulweg und in Zwischenstunden zu Vorfällen gekommen sein. «Wir haben aus der Nachbarschaft gehört, dass Schüler gesehen wurden, die sich verdächtig verhielten.» Auch mussten in den letzten Monaten mehrmals Schüler aus dem Unterricht genommen werden, weil sie von der Polizei befragt wurden. «Ob die Schüler dabei als Täter oder als Zeugen befragt wurden, dürfen wir als Schule aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nicht erfahren», sagt Kalberer.

Im Falle des bekifften Schülers ist die Polizei nicht direkt alarmiert worden. «Wir haben die Eltern des Jugendlichen informiert und er wurde mit Nachsitzen bestraft», erklärt Kalberer. Aufgrund der herrschenden Situation habe er sich aber bei der Polizei erkundigt, ob diese bei einem Verdachtsfall eine Kontrolle direkt auf dem Pausenplatz durchführen könnten. «Die Polizei bejahte das und schlug gleichzeitig vor, nicht bloss zu intervenieren, sondern auch präventiv zu handeln.» Dementsprechend wurde diesen Dienstag der Präventionsunterricht durchgeführt. An diesem nahmen sechs Klassen der Real und Bez teil. Geleitet wurden die Lektionen à 90 Minuten von drei Angehörigen der Regionalpolizei, unterstützt durch die Schulsozial- und Jugendarbeit.

Auch Vandalismus und Littering waren Thema

Die Polizisten klärten dabei auf, was in Sachen Suchtmittel legal und was illegal ist. Auch über Drogen und ihre Auswirkungen sowie mögliche Konsequenzen klärten sie die Schüler anhand von Fallbeispielen und Fotos auf. Daneben kamen Vandalismus und Littering zur Sprache. Die Schülerinnen und Schüler hätten sehr gut mitgemacht und seien hochinteressiert gewesen.

Gemäss Kalberer werde man nun die Reaktionen der Schüler und der Polizei abwarten, um zu sehen, ob der Anlass erfolgreich war und ob er allenfalls erneut durchgeführt wird.

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Autor

Larissa Hunziker

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