Asyl
Zivilschützer sollen im Kanton Aargau Asylbewerber betreuen

Sollten die Flüchtlingszahlen markant ansteigen, könnte im Aargau der Zivilschutz zum Einsatz kommen. Der Kanton erfasst die verfügbaren Unterkünfte und fordert die Führungsorgane auf, einen möglichen Einsatz zu planen.

Fabian Hägler
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Die Zivilschützer sollen im Aargau schon bald Asylbewerber betreuen

Die Zivilschützer sollen im Aargau schon bald Asylbewerber betreuen

Andreas Kaufmann

Fast täglich sind im deutschen Fernsehen die Bilder von überlasteten Registrierungszentren, im Freien wartenden Flüchtlingen und überfüllten Unterkünften zu sehen.

In der Schweiz ist die Lage deutlich weniger dramatisch, doch auch hier greifen die Behörden bisweilen zu ungewöhnlichen Massnahmen. So standen im Kanton St. Gallen vor einem Monat rund 50 Zivilschützer im Asyl-Einsatz.

Wie das Nachrichtenmagazin «10vor10» meldete, halfen diese, kurzfristig Unterkünfte für Flüchtlinge bereitzustellen. Auch Betreuungsarbeiten und Transportdienste gehörten zu den Aufgaben der Zivilschützer.

Gegenüber der «Neuen Zürcher Zeitung» sagte Fredy Fässler, Vorsteher des Sicherheits- und Justizdepartementes im Kanton St. Gallen, auf dem Arbeitsmarkt lasse sich das nötige Personal kaum so kurzfristig rekrutieren.

Nun trifft auch der Kanton Aargau erste Vorbereitungen für einen möglichen Zivilschutz-Einsatz im Asylbereich. In einer Mitteilung des Regierungsrats heisst es, die regionalen Führungsorgane würden in den kommenden Tagen «einen Planungsauftrag für einen allfälligen Unterstützungseinsatz zugunsten des Kantonalen Sozialdienstes im Bereich der Unterbringung und Betreuung erhalten».

Zudem macht der kantonale Führungsstab eine Bestandesaufnahme von Infrastruktureinrichtungen, «die bei einem überraschend auftretenden massiven Zustrom von Asylsuchenden zeitgerecht in Betrieb genommen werden könnten.» Dabei dürfte es um Zivilschutzanlagen gehen, die kurzfristig für die Unterbringung von Flüchtlingen geöffnet werden könnten.