Sie war ein Prestige-Projekt: Rund 269 Meter lang, 28 Meter breit, 53 Meter hoch – und sie galt als unsinkbar. Am 15. April 1912 verschwand die «Titanic» trotzdem im Meer, 1500 Menschen starben im kalten Wasser.

Das Schiffsunglück aus dem letzten Jahrtausend interessiert bis heute. Es gibt Filme, Bücher und Ausstellun- gen, die sich damit beschäftigen. Unter anderem die Ausstellung «Titanic Revisited», organisiert von der fünften und sechsten Klasse der Primarschule Gönhard in Aarau. Über mehrere Wochen beschäftigten sie sich mit gesellschaftlichen, technischen und wirtschaftlichen Aspekten des Schiffs. Ihre Forschungsergebnisse präsentierten sie im April im Stadtmuseum Aarau.

Die Mühe der 50 Primarschülerinnen und Primarschüler wurde belohnt: Gestern wurden sie im Kongresshaus Aarau mit der Auszeichnung «Funkenflug» prämiert. Daneben wurden vier weitere Projekte ausgezeichnet.

5000 Franken Preisgeld

Mit dem Preis ehrt der Kanton Aargau im Rahmen des Programms «Kultur macht Schule» Kulturprojekte, die Schulklassen gemeinsam mit ihren Lehrpersonen und Kulturschaffenden oder Kulturinstitutionen entwickeln. «Funkenflug» beinhaltet ein Preisgeld von 5000 Franken, damit soll es den Schulen ermöglicht werden, weitere Projekte durchzuführen.

Die Schüler der Primarschule Gönhard arbeiteten rund sechs Wochen an ihrem Projekt, pro Woche wendeten sie rund 15 Stunden dafür auf. Die Motivation der Schüler sei gross gewesen, so Hansjörg Keller, der das Projekt mit drei weiteren Lehrerinnen organisierte. «Die Schüler haben viel Selbstbewusstsein gewonnen», erinnert er sich. «Und sie mussten über die Klassengrenzen hinweg zusammenarbeiten, das hat sie zusammengeschweisst.»

Für das Projekt kauften die Lehrer alte, kaputte Gegenstände, die theoretisch auf die «Titanic» gepasst hätten. Zum Beispiel einen alten Bilderrahmen oder ein rostiges Fahrrad. Die verschiedenen imaginären Fundstücke inspirierten die Schüler dazu, die Lebengeschichten von neun möglichen Passagieren aufzuschreiben, die mit der «Titanic» nach Amerika fahren wollten. Für die möglichst realen Geschichten recherchierten sie intensiv über das Leben zu Beginn des 20. Jahrhunderts.

An der Ausstellung im Stadtmuseum präsentierten die Schüler schliesslich den Gegenstand und die passende Geschichte dazu. Auch Bilder der unglücklichen Passagiere fehlten nicht. Bei einem Fotoshooting im Museum Langmatt in Baden liessen sich die Schüler in historischer Kleidung fotografieren und gaben den Figuren so ein Gesicht.

Lesen Sie mehr über die anderen Gewinner- Projekte unter www.funkenflieger.ch