Blutsauger

Zeckensaison ist eröffnet: Das sind die Risikogebiete im Aargau

Die warmen Frühlingstemperaturen gefallen auch den Zecken. Die blutsaugenden Viecher legen sich wieder auf die Lauer. Wir zeigen, welche Teile des Aargaus als Risikogebiete gelten, und für welche Regionen das Bundesamt für Gesundheit eine Impfung empfiehlt.

Letztes Jahr gingen 28'980 Menschen wegen eines Zeckenstichs zum Arzt. Das sind so viele wie nie zuvor. Nur ein geringer Teil hatte sich mit der gefährlichen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) angesteckt – 202 Fälle der auch Zeckenzephalitis genannten Krankheit verzeichnet das Bundesamt für Gesundheit (BAG). Im Aargau meldeten die Ärzte 17 Fälle. Damit gehört der Kanton zu den Spitzenreitern.

Das BAG weist auf einer Karte die FSME-Risikogebiete aus. Dazu gehören auch die Regionen Baden, Zurzibiet, Lenzburg und Zofingen.

FSME – Lokale Häufungen

Die Impfempfehlung des BAG geht jedoch über die Regionen mit lokalen Häufungen hinaus, wie die Karte unten zeigt.

FSME – Impfempfehlung

Das ist die Zeckenzephalitis

Frühsommer-Meningoenzephalitis ist eine Viruserkrankung, die eine Hirnhautentzündung auslöst und die auch auf das Gehirn übergreifen kann. Durchschnittlich stirbt jedes Jahr ein Mensch in der Schweiz an der FSME. Wie der Name andeutet, kommt sie vor allem in der ersten Hälfte des Sommers vor.

Die Zecke zu entfernen, schützt nicht vor FSME, weil sich die Viren im Stechapparat der Zecke tummeln. Die einzige wirksame Massnahme gegen die Viruskrankheit ist eine Impfung. Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten beim BAG, mahnt: „Es ist wichtig, dass man sich jetzt impfen lässt.“ So bestehe genügend Zeit, den Impfschutz aufzubauen. Drei Impfungen sind nötig, nach der zweiten besteht bereits ein gewisser Schutz. Er hält zehn Jahre an.

Rund ein Prozent der Zecken in Naturherden tragen das FSME-Virus in sich. Bei der Mehrheit der von einer infizierten Zecke gestochenen Personen verläuft die Infektion unbemerkt, nur eine Minderheit erkrankt. Bei diesen kommt es nach dem Stich mit einer infizierten Zecke nach einigen Tagen bis wenigen Wochen zu grippeähnlichen Symptomen wie Fieber sowie Kopf- und Gliederschmerzen.

Das ist Borreliose

Neben FSME können Zecken auch Lyme-Borreliose oder die viel selteneren Krankheiten Ehrlichiosen und Rickettiosen überragen. Während FSME durch ein Virus ausgelöst wird, werden die anderen drei Krankheiten durch Bakterien verursacht.

Bei Borreliose ist ein roter Kreis um den Einstich ein Hinweis auf die Krankheit. Jedes Jahr gibt es laut BAG rund 10'000 neue Borreliose-Fälle. Je nach Region sind 5 bis 30 Prozent, an einigen Orten sogar bis zu 50 Prozent der Zecken mit dem Erreger Borrelia burgdorferi infiziert.

Sofern rechtzeitig erkannt, kann Borreliose mit Antibiotika behandelt und auch vollständig geheilt werden. Kürzlich haben Forschende herausgefunden, dass ein Gel auf der Basis des Antibiotikums Azithromycin eventuell helfen könnte, nach einem Zeckenstich die Entwicklung einer Lyme-Borreliose sogar zu verhindern. (mwa/sda)

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1