Kanton Aargau
Zahl der Asylsuchenden verdoppelt: keine Entspannung in Sicht

Das Departement von Susanne Hochuli hat eine Task Force zum Thema Flüchtlinge gegründet. Rund 2700 Asylbewerber wurden dem Aargau dieses Jahr zugeteilt. Fast doppelt soviele wie 2014. Auch über die Feiertage bleibt die Lage angespannt.

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Asylunterkünfte: Susanne Hochuli und ihr Departement rüsten sich für die Feiertage.

Asylunterkünfte: Susanne Hochuli und ihr Departement rüsten sich für die Feiertage.

Alex Spichale

Keine Entlastung für das Departement Gesundheit und Soziales: Im November wurden dem Kanton wieder 413 neue Asylsuchende vom Bund zugeteilt, im Dezember waren es bis Montag nochmals 294. Insgesamt kommt der Aargau dieses Jahr auf rund 2700 zugeteilte Asylbewerber, wie das Departement von Susanne Hochuli in einer Medienmitteilung schreibt. Letztes Jahr waren es noch rund 1400 Asylsuchende. Die Zahl hat sich also annähernd verdoppelt.

Platz für nochmals 300 Personen

Für die Feiertage bleibe die Asylsituation angespannt, so das Departement, eine Notlage müsse aber nicht ausgerufen werden. Der Kanton hat vorgesorgt: In den Geschützten Operationsstellen (sogenannte Gops) der Spitäler Aarau, Baden, Laufenburg und Muri seien insgesamt rund 800 Plätze geschaffen worden. Diese sollten gemäss Hochuli ausreichen.

Sollte die Lage trotzdem eskalieren, könnten im Zivilschutzausbildungszentrum in Eiken temporär maximal nochmals 300 Personen untergebracht werden.

Aarau, Baden, Laufenburg, Muri: Das sind die unterirdischen Asylunterkünfte im Aargau
11 Bilder
Die unterirdische Asylunterkunft im Gops in Muri
Die unteridische Anlage im Spital in Baden
Die unteridische Anlage im Spital in Aarau
Die unterirdische Anlage im Spital in Laufenburg
Asylsuchende in der kantonalen Asylunterkunft im Gops in Muri
Asylsuchende in der kantonalen Asylunterkunft im Gops in Muri

Aarau, Baden, Laufenburg, Muri: Das sind die unterirdischen Asylunterkünfte im Aargau

Alex Spichale

Auch Hochuli rechnet nicht mit einer Entspannung für 2016. Das Staatssekretariat für Migration hat seine Prognose für das laufende Jahr auf rund 39'000 Asylgesuche erhöht. «Um für den Fall einer sich rasch zuspitzenden Situation gerüstet zu sein», habe der Kantonale Führungsstab eine Eventualplanung für eine «Notlage» erarbeitet. Im Januar werden Anlagen, die in Frage kommen, einer «vertieften Beurteilung unterzogen».

Grossunterkunft nicht vor 2018

Die Schaffung zusätzlicher temporärer mobiler Unterkünfte werde vor diesem Hintergrund dringlich bleiben. Die erste Grossunterkunft kann gemäss Kanton nicht vor 2018 in Betrieb genommen werden.

Inzwischen hat Susanne Hochuli eine Task Force ins Leben gerufen, um sich «über die Fragen der Unterbringung von Asylsuchenden hinaus» mit dem Thema Flüchtlinge zu befassen. Dabei gehe es vor allem um Bildung, Betreuung, Beschäftigung, Arbeitsintegration und Freiwilligenarbeit. Letzte Woche fand der erste Workshop statt mit Vertretern von Kanton, Kommissionen sowie Vertretern der besonders stark betroffenen Gemeinden Aarau, Buchs und Suhr.

Die Task Force will im ersten Quartal 2016 einen Massnahmenkatalog für die erforderlichen Verbesserungen erarbeiten und laufend die erforderlichen Sofortmassnahmen treffen oder beantragen.

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