Ein Patient aus dem Bezirk Kulm scheitert auch vor Bundesgericht mit der Klage gegen seine Zahnärztin. Diese hatte ihm zwischen 2007 und 2009 zwei Zähne gezogen, eine provisorische Zahnprothese und eine Implantatbrücke eingesetzt.

2009 erstellte die Zahnärztin nach dem Eingriff einen Ober- und Unterkieferabdruck des Patienten, wobei die Krone eines weiteren Zahns abgebrochen sei. In Absprache mit dem Patienten entschied sich die Zahnärztin, diesen Zahn auch zu ziehen und eine provisorische Prothese einzusetzen.  

Später teilte der Patient der Zahnärztin mit, ihm sei es mit der von ihr eingesetzten Brücke nicht möglich, "etwas definitiv zu zerbeissen". Da die Parteien keine einvernehmliche Lösung fanden, holte der Patient eine zahnärztliche Beurteilung durch die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO ein.

Schadenersatz und Genugtuung gefordert

Zwei Jahre später reicht er beim Bezirksgericht Kulm Klage ein und forderte von der Zahnärztin Schadenersatz von rund 32'000 Franken sowie eine Genugtuung von 3'000 Franken nebst Zinsen, weil die Zahnbehandlung deutlich teurer als die ursprüngliche Offerte gewesen sei.

Die Gerichtspräsidentin von Kulm holte darauf bei der Universität Zürich ihrerseits ein zahnärztliches Gutachten ein. Im Dezember 2014 wies das Bezirksgericht Kulm die Klage ab.
 
Diesen Entscheid zog der Kläger weiter an das Obergericht des Kantons Aargau. Im Januar 2016 wies das Obergericht auch die Berufung ab. Dem Beschwerdeführer sei der Nachweis einer Sorgfaltspflichtverletzung nicht gelungen. Die Zahnärztin habe laut Gutachten keinen "Platzierungsfehler" der Brücke verursacht.

Patient bleibt auf den Kosten sitzen

Das Obergericht hielt ausserdem fest, medizinische Behandlungen und Eingriffe seien in einem gewissen Mass mit Risiken verbunden seien, die auch bei Anwendung aller notwendigen Sorgfalt nicht vermeidbar seien. Der Patient gab sich damit nicht zufrieden und zog das Urteil weiter an das Bundesgericht in Lausanne und forderte in seiner Beschwerde erneut rund 32'000 Franken Entschädigung, 3000 Franken Genugtuung plus die jeweiligen Zinsen.
 
Das Bundesgericht wies jetzt die Beschwerde ab, soweit überhaupt darauf einzutreten sei.
Der Zahnarztpatient muss nun neun Jahre nach dem zahnärztlichen Eingriff neben den Zahnarzt-, Gutachten- und Anwaltskosten auch die Kosten des Bundesgerichts von 2000 Franken tragen und die Zahnärztin mit 2500 Franken entschädigen.
 
(Bundesgerichtsurteil 4A_216/2016 vom 26.09.2016)